KAPITEL 4

Menschen unterstützen und Gesellschaften stärken

Drei junge Frauen sitzen an einem abgerundeten Konferenztisch. Vor jeder von ihnen steht jeweils ein Mikrofon, und vor zwei von ihnen stehen jeweils geöffnete Laptops. Bildunterschrift anzeigen
Junge Teilnehmende eines Politikdialogs mit jungen Menschen über internationale Partnerschaften – Brüssel (Belgien), 6. März 2025.

Angesichts globaler Herausforderungen, der Lebenshaltungskostenkrise, des Klimawandels und der Komplexität des digitalen Wandels hat sich die Europäische Union in den vergangenen Jahren noch intensiver für den Schutz und die Stärkung von Menschen und Gemeinschaften eingesetzt. So hat sie 2025 ihre Maßnahmen zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen aller Bürgerinnen und Bürger weiter vorangetrieben. Mit Initiativen gegen den Arbeits- und Fachkräftemangel stand das Jahr im Zeichen des nachhaltigen und inklusiven Wachstums sowie der Wettbewerbsfähigkeit der EU. Ferner unterstützte die EU neue Maßnahmen, die es den Arbeitskräften ermöglichen sollen, ihre sozialen Rechte in vollem Umfang wahrzunehmen. Die Gewährleistung einer fairen und gleichberechtigten Behandlung aller Bürgerinnen und Bürger, unabhängig von ihrem Hintergrund, blieb nach wie vor eine wichtige Priorität. So wurden ein entscheidender Rahmen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt sowie Pläne zur Stärkung der Verbraucherrechte eingeführt.

Die europäische Säule sozialer Rechte - neue Registerkarte öffnen fungiert als Leuchtturm, an dem sich die EU auf ihrem Weg hin zu einem starken, sozialen Europa orientiert, das fair und inklusiv ist und allen Menschen gleiche Chancen bietet. Um die Säule insgesamt besser sowie ihre 20 Grundsätze - neue Registerkarte öffnen in konkrete Maßnahmen zugunsten der Bürgerinnen und Bürger umzusetzen, nahm die Europäische Kommission 2025 eine Überprüfung des Aktionsplans zur europäischen Säule sozialer Rechte - neue Registerkarte öffnen vor. Parallel dazu hat die Kommission mit der Arbeit an der künftigen EU-Strategie zur Bekämpfung der Armut – der ersten ihrer Art auf EU-Ebene – begonnen - neue Registerkarte öffnen.

Der soziale Dialog spielt eine entscheidende Rolle bei der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen, der Steigerung ihrer Produktivität, der Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze und der Gewährleistung sozialer Gerechtigkeit. Die Kommission und ihre branchenübergreifenden Sozialpartner haben am 5. März einen neuen Pakt für den europäischen sozialen Dialog - neue Registerkarte öffnen unterzeichnet, der die Rolle der Sozialpartner bei der Gestaltung der Arbeitsmarkt-, Beschäftigungs- und Sozialpolitik stärken wird. Darüber hinaus haben das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten im Laufe des Jahres eine politische Einigung über die überarbeitete Richtlinie über den Europäischen Betriebsrat - neue Registerkarte öffnen erzielt. Dadurch werden Arbeitskräfte verstärkt in Unternehmensentscheidungen eingebunden, um so Veränderungen in länderübergreifenden Kontexten besser zu bewältigen.

Die Sozialwirtschaft hat sich als integraler Bestandteil der EU-Wirtschaft und -Gesellschaft fest etabliert und trägt zu Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz Europas bei. Im Jahr 2025 leitete die Kommission die Halbzeitüberprüfung - neue Registerkarte öffnen ihres Aktionsplans für die Sozialwirtschaft 2021-2030 - neue Registerkarte öffnen ein. Bereits jetzt üben mehr als 4,3 Millionen Vereine, Genossenschaften, Gegenseitigkeitsgesellschaften, Stiftungen und Sozialunternehmen Tätigkeiten aus, bei denen soziale und ökologische Ziele über dem Gewinn stehen.

Ziele der EU für 2030

  • Mindestens 78 % der Bevölkerung im Alter von 20 bis 64 Jahren sollten erwerbstätig sein.
  • Mindestens 60 % aller Erwachsenen sollten jedes Jahr an Fortbildungen teilnehmen.
  • Mindestens 15 Millionen weniger von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohte Menschen.

Kompetenzen für den Wohlstand der EU und für wirtschaftliche und gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit

Humankapital ist für den Wohlstand der EU, die Demokratie, die wirtschaftliche und soziale Widerstandsfähigkeit und ihre einzigartige soziale Marktwirtschaft von wesentlicher Bedeutung. Um wettbewerbsfähig und für die Zukunft gerüstet zu sein, muss die EU ihre Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen und darauf vorbereiten, die Kompetenzen zu erwerben, die sie für den Erfolg bei Bildung, im Beruf und im Alltag benötigen, wie im Kompass für Wettbewerbsfähigkeit - neue Registerkarte öffnen hervorgehoben wird (siehe Kapitel 2).

Aus diesem Grund hat die Kommission im März die Union der Kompetenzen - neue Registerkarte öffnen ins Leben gerufen. Diese umfassende Strategie zielt darauf ab, die Entwicklung hochwertiger, inklusiver und anpassungsfähiger Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Kompetenzen zu unterstützen, um die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu steigern. In diesem Zusammenhang wird es im Hinblick auf wirksame und gezielte Maßnahmen von entscheidender Bedeutung sein, die Erfassung von Daten über Kompetenzen auf EU-Ebene zu verbessern. Die Union der Kompetenzen baut auch auf den bereits im Rahmen des Europäischen Bildungsraums ergriffenen Maßnahmen auf und ergänzt diese.

Roxana Mînzatu steht neben zwei Frauen vor einem Serverschrank. Eine der Frauen hält ein Blatt Papier hoch.
Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für soziale Rechte und Kompetenzen, hochwertige Arbeitsplätze und Vorsorge Roxana Mînzatu (links) zu Besuch an der Fakultät für Physik der Universität Stockholm – Stockholm (Schweden), 10. Oktober 2025.

Die Union der Kompetenzen

  • Kompetenzaufbau für Lebensqualität und gute Arbeitsplätze.
  • Weiterbildung und Umschulung für den digitalen und grünen Wandel.
  • Zirkulation von Kompetenzen in der gesamten EU im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit.
  • Gewinnung, Entwicklung und Bindung von Talenten für die Zukunft Europas.

Bereits eine Steigerung der Investitionen in Kompetenzen für junge Arbeitskräfte um nur 0,1 % könnte die Beschäftigung um 0,25 % und das Bruttoinlandsprodukt um 0,18 % erhöhen (GD Beschäftigung, Soziales und Integration, Employment and Social Developments in Europe 2024 - neue Registerkarte öffnen (Bericht zur Beschäftigung und zur sozialen Lage in Europa 2024), 2024).

Zwischen 2021 und 2027 investiert die EU mehr als 150 Mrd. EUR, um Menschen, Unternehmen, Bildungseinrichtungen und andere Einrichtungen dabei zu unterstützen, die Ausbildung und die Kompetenzen zu erwerben bzw. zu vermitteln, die für eine florierende, wettbewerbsfähige europäische Wirtschaft erforderlich sind. Im neuen mehrjährigen Finanzrahmen (siehe Kapitel 8) für den Zeitraum 2028 bis 2034 schlägt die Kommission vor, dass mindestens 14 % der Mittel aus allen Plänen für national-regionale Partnerschaften - neue Registerkarte öffnen (mit Ausnahme der zweckgebundenen Beträge für die Landwirtschaft und den Klima-Sozialfonds) für soziale Ziele verwendet werden sollen. Der neue Haushalt wird zur Verwirklichung der europäischen Säule sozialer Rechte beitragen, indem durch hochwertige Arbeitsplätze, soziale Inklusion, Bildung, Kompetenzen, Gesundheit, Wohnraum und soziale Infrastruktur in Menschen investiert wird.

Investitionen in Menschen, die Anerkennung ihrer Kompetenzen und die Anwerbung qualifizierter Arbeitskräfte in ganz Europa sind zentrale Säulen der Union der Kompetenzen. Im Jahr 2025 feierte die Kommission das 20-jährige Bestehen von Europass - neue Registerkarte öffnen. Die kostenlose und sichere Online-Plattform unterstützt die Bürgerinnen und Bürger bei allen Etappen ihrer beruflichen Laufbahn.

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Die Anwerbung qualifizierter Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Ländern ist eines der wichtigsten Ziele der Union der Kompetenzen. Im November erzielten das Parlament und der Rat der Europäischen Union auch eine politische Einigung über den EU-Talentpool - neue Registerkarte öffnen, ein wichtiges Instrument zur Behebung des Arbeitskräfte- und Fachkräftemangels in der EU. Es handelt sich dabei um eine benutzerfreundliche, moderne und vertrauenswürdige Plattform, die Arbeitsuchende aus Nicht-EU-Ländern mit Arbeitgebern in der EU zusammenbringen wird. Darüber hinaus wurde 2025 das Pilotprojekt „MSCA Choose Europe“ der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen ins Leben gerufen, um europäische Forschungslaufbahnen attraktiver zu machen, indem gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse vorgegangen wird und hervorragende Arbeitsbedingungen geboten werden.

Hochwertige Arbeitsplätze schaffen

Die Gewährleistung hochwertiger Arbeitsplätze trägt nicht nur zur Förderung der sozialen Gerechtigkeit, sondern auch zu einer robusten und wettbewerbsfähigen Industrielandschaft bei. Im Dezember hat die Kommission den Fahrplan für hochwertige Arbeitsplätze - neue Registerkarte öffnen angenommen. Er wurde unter enger Einbeziehung der Sozialpartner ausgearbeitet und zielt darauf ab, insbesondere im Zuge des grünen und digitalen Wandels hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten. Gleichzeitig soll er sicherstellen, dass die Arbeitnehmerrechte mit einer modernen Wirtschaft Schritt halten. Im Fahrplan werden außerdem die Durchsetzung bestehender Rechte, hochwertige Dienstleistungen für alle und in allen Regionen, eine angemessene Finanzierung sowie ein verstärkter sozialer Dialog und Tarifverhandlungen gefordert. Gleichzeitig hat die Kommission die erste Phase der Konsultation zu einem Rechtsakt über hochwertige Arbeitsplätze - PDF-Datei, neue Registerkarte öffnen eingeleitet, um die Standpunkte der Sozialpartner zu einer möglichen Initiative in diesem Bereich einzuholen.

Arbeitskräfte unterstützen

Digitale Tools bieten Arbeitskräften und Arbeitgebern zwar mehr Flexibilität und ermöglichen mehr Autonomie und Innovation, doch werden auch zunehmend Schutzmaßnahmen gefordert, damit die Arbeitnehmerrechte durch die Digitalisierung nicht geschwächt werden. Im Jahr 2025 unternahm die Kommission weitere Schritte zur Verteidigung des Rechts auf Nichterreichbarkeit und auf faire Telearbeit und schloss die zweite Phase der Konsultationen mit den Sozialpartnern ab. Darüber hinaus brachte die Kommission bis Ende des Jahres die Arbeit der Expertengruppe erfolgreich zum Abschluss, die sich mit der Umsetzung der Richtlinie über Plattformarbeit - neue Registerkarte öffnen in nationales Recht befasste, wozu die Mitgliedstaaten bis Dezember 2026 verpflichtet sind.

Im Juli schlug die Kommission strengere Schutzmaßnahmen für Arbeitskräfte vor, die gefährlichen Stoffen ausgesetzt sind, und legte neue Grenzwerte für die Exposition gegenüber Chemikalien - neue Registerkarte öffnen fest. Dadurch dürften in den nächsten 40 Jahren etwa 1 700 Fälle von Lungenkrebs und 19 000 andere schwere Erkrankungen verhindert und bis zu 1,16 Mrd. EUR an Gesundheitskosten eingespart werden. Der Kommissionsvorschlag wird nun vom Parlament und vom Rat geprüft. In diesem Zusammenhang hat die EU auch eine neue vorläufige Liste gefährlicher Arzneimittel - neue Registerkarte öffnen sowie Leitlinien für den Umgang mit Gesundheits- und Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit Asbest - neue Registerkarte öffnen veröffentlicht.

In einem zunehmend schwierigen geopolitischen Umfeld unterstützte der Europäische Fonds für die Anpassung an die Globalisierung zugunsten entlassener Arbeitnehmer - neue Registerkarte öffnen weiterhin Arbeitskräfte, die aufgrund umfangreicher Umstrukturierungen ihren Arbeitsplatz verloren hatten. Als eine der Leitinitiativen des Aktionsplans für die Zukunft der Automobilindustrie - neue Registerkarte öffnen schlug die Kommission vor, den Fonds so zu ändern, dass Unternehmen Unterstützung für Arbeitskräfte beantragen können, die von einem unmittelbar bevorstehenden Stellenabbau betroffen sind.

Mittel aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung zugunsten entlassener Arbeitnehmer

  • 8 Mio. EUR zur Unterstützung von 2 400 Arbeitskräften, die nach der Insolvenz des belgischen Busherstellers Van Hool entlassen wurden.
  • 1 Mio. EUR zur Unterstützung von 417 ehemaligen Beschäftigten in Belgien nach der Schließung des Produktionsstandorts des Chipherstellers BelGaN.
  • 3 Mio. EUR zur Unterstützung von 915 Arbeitskräften, die in Deutschland nach der Schließung des Produktionsstandorts von Goodyear in Fulda und der teilweisen Stilllegung des Standorts in Hanau entlassen wurden.
  • 8,5 Mio. EUR zur Unterstützung von 5 800 Arbeitskräften, die nach der Insolvenz des schwedischen Batterieherstellers Northvolt entlassen wurden.

Darüber hinaus unterzeichneten Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände aus fünf Branchen im Mai Leitlinien - neue Registerkarte öffnen zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz. Diese erweitern den Anwendungsbereich der bestehenden Leitlinien auf Cybergewalt und bekräftigen die Grundsätze der Gleichstellung der Geschlechter und der Nichtdiskriminierung.

Erschwinglicher Wohnraum und erschwingliche Energie

Der Mangel an leistbarem Wohnraum ist in ganz Europa zu einem weitverbreiteten und dringenden Problem geworden. Er erschwert es den Menschen, für Studium oder Arbeit umzuziehen, und beeinträchtigt damit die Wettbewerbsfähigkeit und den wirtschaftlichen Wohlstand der EU. Im Anschluss an eine vom Parlament und der Kommission gemeinsam organisierte Konferenz - neue Registerkarte öffnen am 24. März wurde mit der Ausarbeitung des ersten Europäischen Plans für erschwinglichen Wohnraum - neue Registerkarte öffnen begonnen, der Ende 2025 angenommen wurde und auf den Beiträgen eines neuen Wohnraumbeirats - neue Registerkarte öffnen basiert. Mit dem Plan sollen die Mitgliedstaaten, Regionen und Städte dabei unterstützt werden, strukturelle Herausforderungen zu bewältigen, öffentliche und private Investitionen zu mobilisieren und letztlich den Zugang zu nachhaltigem, bezahlbarem und qualitativ hochwertigem Wohnraum – einschließlich Sozialwohnungen – zu verbessern.

Für

40 %

der jungen Menschen stellen die Lebenshaltungskosten das größte Problem für die Zukunft dar.

In dem Plan werden auch Maßnahmen für einen produktiveren und innovativeren Bau- und Renovierungssektor vorgeschlagen, mit denen das Missverhältnis zwischen Wohnraumangebot und -nachfrage im Rahmen der Europäischen Strategie für den Wohnungsbau - neue Registerkarte öffnen angegangen wird. Unterstützend wirkt dabei die Initiative „Neues Europäisches Bauhaus - neue Registerkarte öffnen“, zu der die Kommission im Dezember eine Mitteilung und einen Vorschlag für eine Empfehlung des Rates - neue Registerkarte öffnen zusammen mit dem Europäischen Plan für erschwinglichen Wohnraum angenommen hat. Ziel der Initiative ist es, nachhaltige, inklusive und ansprechende Räume, Produkte und Lebensweisen zu fördern, die im Einklang mit dem europäischen Grünen Deal und dem Deal für eine saubere Industrie stehen und gleichzeitig die Vielfalt der Kulturen und Traditionen respektieren.

Schwierigkeiten beim Zugang zu erschwinglichem Wohnraum haben nicht nur einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen. Daher schlug die Kommission 2025 vor, den Beschluss über Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse - neue Registerkarte öffnen zu überarbeiten, um sicherzustellen, dass die Vorschriften über staatliche Beihilfen Investitionen sowohl in erschwinglichen Wohnraum als auch in Sozialwohnungen erleichtern. Die Kommission wird mit nationalen, regionalen und lokalen Behörden zusammenarbeiten, um Vorschriften und Verfahren zu vereinfachen, die das Wohnungsangebot einschränken. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Planung und Genehmigung. Eine neue Gesetzgebungsinitiative zur kurzfristigen Vermietung wird Regionen unterstützen, die unter Wohnungsknappheit leiden.

Da dieser Plan die Ursachen der Wohnungskrise umfassend angeht, wird er insbesondere denen zugutekommen, die am stärksten betroffen sind: junge Menschen, Studierende, systemrelevante Arbeitskräfte, Menschen mit niedrigem Einkommen und andere benachteiligte Gruppen. Die Kommission wird neue Investitionen für Studierendenunterkünfte und Sozialwohnungen mobilisieren und die Mitgliedstaaten dabei unterstützen, bessere Lösungen für Obdachlose nach dem Grundsatz „Housing First“ einzuführen.

Die EU arbeitet nicht nur daran, Wohnraum erschwinglicher zu machen, sondern hilft den Verbraucherinnen und Verbrauchern auch dabei, ihre Energiekosten zu senken. Der Aktionsplan für erschwingliche Energie - neue Registerkarte öffnen wird Haushalte und Unternehmen entlasten, die hohe Energiekosten zu bewältigen haben (siehe Kapitel 2), wobei sich die Einsparungen durch die Verringerung der Abhängigkeit Europas von fossilen Brennstoffen bis 2030 potenziell auf 130 Mrd. EUR belaufen könnten. Zusätzliche maßgeschneiderte Lösungen, die im Laufe des Jahres entwickelt wurden, wie beispielsweise die überarbeiteten Vorschriften zum Energieverbrauch von Elektrogeräten im Standby-Modus - neue Registerkarte öffnen, die seit dem 9. Mai gelten, werden den Energieverbrauch weiter senken.

Allein durch die aktualisierten Vorschriften für den Standby-Modus dürften die Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU bis 2030 schätzungsweise 530 Mio. EUR jährlich einsparen.

Der Klima-Sozialfonds - neue Registerkarte öffnen wird von 2026 bis 2032 mindestens 86,7 Mrd. EUR an Ausgaben in den Mitgliedstaaten mobilisieren. Aus dem Fonds werden Mittel bereitgestellt, um die Bürgerinnen und Bürger bei der Energiewende zu unterstützen und die potenziellen sozialen Auswirkungen des neuen Emissionshandelssystems für Gebäude und den Straßenverkehr - neue Registerkarte öffnen (EHS2) auf benachteiligte Haushalte, Kleinstunternehmen und Verkehrsteilnehmer abzufedern. Darüber hinaus hat die Kommission im Dezember den ersten nationalen Klima-Sozialplan - neue Registerkarte öffnen genehmigt, der von Schweden vorgelegt wurde.

Dan Jørgensen steht an einem Rednerpult und hält eine Rede. Im Hintergrund befindet sich ein großer blauer Bildschirm mit der Aufschrift „An Action Plan to ensure all Europeans have access to affordable energy, 26 February 2025“ (Ein Aktionsplan, um sicherzustellen, dass alle Europäerinnen und Europäer Zugang zu erschwinglicher Energie haben, 26. Februar 2025) und einem Logo der Europäischen Kommission.
EU-Kommissar für Energie und Wohnungswesen Dan Jørgensen auf einer Pressekonferenz zum Aktionsplan für erschwingliche Energie – Brüssel (Belgien), 26. Februar 2025.

Verbraucherschutz stärken

Durch die EU-Verbraucherschutzvorschriften sind Verbraucherinnen und Verbraucher gut gegen unlautere Praktiken geschützt und haben Anspruch auf klare Informationen über die Produkte und Dienstleistungen, die sie kaufen. Der Aufschwung der digitalen Wirtschaft und des E-Commerce hat jedoch neue Herausforderungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher im Internet mit sich gebracht.

Die neue Verbraucheragenda - neue Registerkarte öffnen für 2025-2030, die am 19. November verabschiedet wurde, ist auf die Stärkung der Verbraucherrechte innerhalb des Binnenmarkts ausgelegt. Dies wird die Durchsetzung verbessern, Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltigen Wohlstand fördern, schutzbedürftige Verbraucherinnen und Verbraucher schützen, den Verwaltungsaufwand verringern und eine faire, grüne und digitale Wirtschaft fördern. Ein wichtiges Element der Agenda wird der Rechtsakt über digitale Fairness - neue Registerkarte öffnen sein, der in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 angenommen werden soll und speziell darauf abzielt, schädliche Praktiken – wie Dark Patterns und irreführendes Influencer-Marketing – im Online-Raum zu bekämpfen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Minderjährigen liegt. Außerdem werden Möglichkeiten zur Vereinfachung und Verringerung des Aufwands geprüft, ohne den Verbraucherschutz zu beeinträchtigen. Die Kommission veröffentlichte zudem eine Mitteilung über den elektronischen Geschäftsverkehr - neue Registerkarte öffnen, um die Gesundheits- und Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit dem Anstieg geringwertiger Importe in die EU anzugehen.

Auf dem Europäischen Verbrauchergipfel 2025 - neue Registerkarte öffnen kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um über Verbraucherschutz, grenzüberschreitenden elektronischen Handel und digitale Märkte zu diskutieren und die neue Verbraucheragenda sowie den dazugehörigen Aktionsplan auszuarbeiten. Im Zuge der Veranstaltung schlossen sich auch zwei neue Plattformen für den elektronischen Handel dem Consumer Protection Pledge - neue Registerkarte öffnen (Verbraucherschutzversprechen) an und verpflichteten sich damit – ebenso wie die zehn bisherigen Unterzeichner –, beim Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher und ihrer digitalen Rechte über die gesetzlichen Anforderungen hinauszugehen.

Die Ergebnisse des Verbraucherbarometers 2025 - neue Registerkarte öffnen der EU

Online-Käuferinnen und -Käufer haben mit einer um 60 % höheren Wahrscheinlichkeit Probleme als Offline-Käuferinnen und -Käufer.

93 % sind besorgt über gezielte Werbung, einschließlich

  • der Erhebung personenbezogener Daten ohne Einwilligung (71 %),
  • übermäßiger Werbung (67 %) und
  • unumgänglicher Personalisierung (63 %).

45 % hatten im Vorjahr Online-Betrug erlebt.

Viele waren mit unlauteren Praktiken konfrontiert, wie

  • gefälschten Bewertungen (66 %) und
  • irreführenden Preisnachlässen (61 %).
Ein Forscher in einem weißen Laborkittel beugt sich über ein Mikroskop und schaut hinein.
Ein technischer Mitarbeiter untersucht ein Produkt unter einem Mikroskop im Labor SGS Brüssel – Brüssel (Belgien), 4. April 2025. In diesem Labor werden Sicherheitsprüfungen durchgeführt, um zu gewährleisten, dass Verbraucherprodukte den EU-Sicherheitsstandards entsprechen. Über das Schnellwarnsystem Safety Gate der EU können die Mitgliedstaaten schnell Informationen über gefährliche Non-Food-Produkte melden, um die Verbraucherinnen und Verbraucher in ganz Europa zu schützen. In ihrem 2025 veröffentlichten Safety-Gate-Jahresbericht 2024 - neue Registerkarte öffnen verzeichnete die Kommission 4 137 Warnmeldungen zu unsicheren Produkten, was zu schnellen Maßnahmen der nationalen Marktüberwachungsbehörden führte, um sie vom Markt zu nehmen.

Sonstige Verbraucherschutzmaßnahmen 2025

Ein Video, in dem die Gründe für die Erstellung des Verhaltenskodex und die Vorteile erläutert werden, die er für europäische Verbraucherinnen und Verbraucher mit sich bringt.
VIDEO:Gemeinsam für zuverlässige Online-Bewertungen.

Damit Verbraucherinnen und Verbraucher auf zuverlässige Bewertungen und Rezensionen für Ferienunterkünfte zugreifen können, hat die EU Buchungsplattformen, Hotelbetreiber und Verbraucherorganisationen bei der Entwicklung eines neuen Verhaltenskodex - neue Registerkarte öffnen unterstützt.

Einbeziehung und Beteiligung junger Menschen

Die Bedeutung junger Menschen für die Gestaltung der Zukunft der EU spiegelt sich in den Politischen Leitlinien - neue Registerkarte öffnen für die Kommission 2024-2029 wider. Die EU ist entschlossen, jungen Menschen Gehör zu schenken und auf ihre Anliegen direkt einzugehen.

Der neue Jugendbeirat der Präsidentin - neue Registerkarte öffnen, die jährlichen Politikdialoge mit jungen Menschen - neue Registerkarte öffnen und der Jugendcheck - neue Registerkarte öffnen der Kommission rücken junge Menschen in den Mittelpunkt der EU-Politikgestaltung. Im Jahr 2025 wandte die Kommission den Jugendcheck erstmals auf ihr jährliches Arbeitsprogramm an, indem junge Menschen und Jugendvertreter der Zivilgesellschaft zu zentralen, für junge Menschen relevanten Initiativen befragt wurden. Darüber hinaus organisierten alle Kommissionsmitglieder Politikdialoge mit jungen Menschen, um sie dazu zu ermutigen, ihre Sichtweisen einzubringen, damit sie auf höchster Ebene der EU-Entscheidungsfindung mitreden können.

Im Jugendbeirat der Präsidentin kommen jeweils ein vertretendes Mitglied aus den nationalen Jugendräten der Mitgliedstaaten und ein vertretendes Mitglied des Europäischen Jugendforums - neue Registerkarte öffnen sowie Beobachterinnen und Beobachter aus den Kandidatenländern und potenziellen Kandidatenländern für den EU-Beitritt zusammen. Er berät die Präsidentin in Bezug auf für junge Menschen relevante Themen, vermittelt ihre Sichtweisen zu den von der Kommission entwickelten politischen Maßnahmen und rückt junge Menschen in den Mittelpunkt der EU-Politikgestaltung.

Dieses Video erklärt die Einrichtung, Zusammensetzung, Funktion und Aufgaben des neuen Jugendbeirats der Präsidentin. Das Video endet mit einer Reihe von Erfahrungsberichten von Mitgliedern des Beirats, die dessen Wert hervorheben.
VIDEO:Der Jugendbeirat der Präsidentin.

Alle Kommissionsmitglieder haben innerhalb der ersten 100 Tage ihres neuen Mandats ihren ersten Politikdialog mit jungen Menschen veranstaltet und sich das ganze Jahr über persönlich für junge Europäerinnen und Europäer engagiert:

41 Dialoge
wurden seit Beginn dieses Mandats geführt.

9 Dialoge
lieferten wertvolle Beiträge für Initiativen, die den Jugendcheck durchlaufen, wie z. B. den Europäischen Schutzschild für die Demokratie, den Europäischen Pakt für die Meere und die Vision für Landwirtschaft und Ernährung.

Raffaele Fitto steht mit einem Mikrofon in der Hand. Raffaele Fitto sitzt mit weiteren Personen an einem Tisch auf einer Bühne in einem Auditorium voller junger Menschen.
Exekutiv-Vizepräsident der Europäischen Kommission für Kohäsion und Reformen Raffaele Fitto bei einem Politikdialog mit jungen Menschen, bei dem er Themen wie die Werte der EU und die Auswirkungen der politischen Maßnahmen und Programme der Kommission auf das tägliche Leben der EU-Bürgerinnen und -Bürger ansprach – Modena (Italien), 7. März 2025.

Im Rahmen des Gesetzes über digitale Dienste - neue Registerkarte öffnen wurden neue Leitlinien - neue Registerkarte öffnen zum Schutz Minderjähriger angenommen, um Kinder und Jugendliche vor Online-Risiken wie Grooming, schädlichen Inhalten, problematischem und suchterzeugendem Verhalten sowie Cybermobbing und schädlichen Geschäftspraktiken zu schützen.

Die Bedeutung der Generationengerechtigkeit wird in den Politischen Leitlinien für die Kommission hervorgehoben, wonach die Entscheidungen, die heute getroffen werden, künftigen Generationen keinen Schaden zufügen dürfen und auf Solidarität und Interaktion zwischen Menschen unterschiedlichen Alters hingearbeitet werden soll. Im Jahr 2025 organisierte die Kommission ein Europäisches Bürgerforum (siehe Kapitel 6) und eine Reihe strategischer Dialoge mit Bürgerinnen und Bürgern, Institutionen und der Zivilgesellschaft, um die daraus gewonnenen Erkenntnisse in eine künftige Strategie zur Generationengerechtigkeit - neue Registerkarte öffnen einfließen zu lassen.

Bildung fördern und Verbindungen herstellen

Die Union der Kompetenzen knüpft maßgeblich an den Europäischen Bildungsraum - neue Registerkarte öffnen an, eine Initiative zur Unterstützung der Mitgliedstaaten beim Aufbau inklusiverer und krisenfesterer Bildungs- und Ausbildungssysteme, und wird zusammen mit diesem umgesetzt. Im Juni veröffentlichte die Kommission einen Bericht über die Zwischenbewertung des Europäischen Bildungsraums - neue Registerkarte öffnen, der dem Rat als Grundlage für die Einigung auf einen neuen strategischen Rahmen für die Zusammenarbeit im Zeitraum 2026-2030 dient.

Im Rahmen der Union der Kompetenzen sind zudem ein Aktionsplan für Grundkompetenzen - neue Registerkarte öffnen und ein Strategieplan für die Bildung in MINT-Fächern - neue Registerkarte öffnen vorgesehen. Damit sollen sowohl die Bemühungen der Mitgliedstaaten unterstützt werden, allen Menschen – von der frühen Kindheit bis zum Erwachsenenalter – solide Grundkompetenzen zu vermitteln, als auch der Anteil der Studierenden in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) erhöht werden, mit besonderem Schwerpunkt auf Studentinnen.

Die erfolgreiche Umsetzung der Union der Kompetenzen und des Europäischen Bildungsraums beruht auf einer soliden Förderung der allgemeinen und beruflichen Bildung. Erasmus+ - neue Registerkarte öffnen ist eine langjährige Erfolgsgeschichte der EU, die seit fast 40 Jahren die persönliche und akademische Entwicklung von mehr als 16 Millionen Menschen nachhaltig beeinflusst. Vor diesem Hintergrund schlug die Kommission vor, die Erasmus+-Mittel um 50 % aufzustocken, um jungen Menschen, erwachsenen Lernenden und Personal zu helfen, Lernerfahrungen in anderen Mitgliedstaaten zu sammeln und so das Zusammengehörigkeitsgefühl, die gemeinsamen Werte der EU und das bürgerschaftliche Engagement zu stärken. Mit dem Vorschlag soll auch der Anwendungsbereich des Programms auf Freiwilligentätigkeiten ausgeweitet werden, um eine zentrale Anlaufstelle für alle von der EU finanzierten Jugendprojekte und -initiativen zu schaffen.

Roxana Mînzatu hält eine Rede an einem Rednerpult. Auf dem Rednerpult und auf einem großen violetten Schild hinter ihr steht: „Europa, wake-up call?“ (Weckruf für Europa?).
Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für soziale Rechte und Kompetenzen, hochwertige Arbeitsplätze und Vorsorge Roxana Mînzatu nimmt den „European Integration Award“ (Preis für Europäische Integration) des Cercle d’Economia entgegen – Barcelona (Spanien), 7. Mai 2025.

Im Jahr 2025 wurde das Erasmus+-Programm mit dem „European Integration Award“ (Preis für Europäische Integration) des Cercle d’Economia - neue Registerkarte öffnen ausgezeichnet.

Im Sinne des Mottos „Fuelling Europe’s growth“ (Wachstum in Europa ankurbeln) lag der Schwerpunkt des Europäischen Bildungs- und Kompetenzgipfels 2025 - neue Registerkarte öffnen darauf, die europäischen Bildungssysteme auf den raschen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel vorzubereiten. Minister, politische Entscheidungsträger, Lehrkräfte, Studierende, Sozialpartner und führende Vertreter der Industrie erörterten, wie Bildung die Wettbewerbsfähigkeit, den Zusammenhalt und die demokratischen Werte Europas stärken kann. Die Kommission stellte zudem den neuen Monitor für die allgemeine und berufliche Bildung - neue Registerkarte öffnen und den Erasmus+-Jahresbericht 2024 - neue Registerkarte öffnen vor.

In ihrem unermüdlichen Einsatz für einen starken Europäischen Bildungsraum berief die Kommission 2025 das erste Forum zum europäischen Hochschulabschluss - neue Registerkarte öffnen in Florenz (Italien) ein. An dem Forum nahmen mehr als 160 Vertreterinnen und Vertreter von nationalen Behörden, Hochschulen, Qualitätssicherungsagenturen und Studierendenorganisationen teil, um die Voraussetzungen für die Einführung eines Gütesiegels für einen gemeinsamen europäischen Hochschulabschluss im Sinne der Zusage von Florenz zu schaffen.

Bildung und Kompetenzentwicklung sind jedoch nicht nur den Hochschulen vorbehalten. Eine Vielzahl von Interessenträgern wie Anbieter von beruflicher Aus- und Weiterbildung, Schulen und Arbeitsmarktakteure profitieren von Erasmus+-Lernmobilitäts- und -Kooperationsprojekten. Die Zentren der beruflichen Exzellenz - neue Registerkarte öffnen, eine Leitinitiative von Erasmus+ im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung, verzeichneten 2025 eine Rekordzahl von 303 Bewerbungen gegenüber 132 im Vorjahr. Für den Zeitraum 2021-2027 wurden über das Erasmus+-Programm vorläufige Mittel in Höhe von 400 Mio. EUR für die Finanzierung dieser Zentren bereitgestellt. Im Rahmen der Aufforderung zur Interessenbekundung 2025 können aus den verfügbaren Mitteln mindestens 15 neue Erasmus+-Projekte finanziert werden.

Erklärung von Herning über eine attraktive und inklusive berufliche Aus- und Weiterbildung für mehr Wettbewerbsfähigkeit und hochwertige Arbeitsplätze 2026-2030

Die Erklärung von Herning - PDF-Datei, neue Registerkarte öffnen wurde am 12. September 2025 von den für die berufliche Aus- und Weiterbildung zuständigen Ministerinnen und Ministern der EU-Mitgliedstaaten, der EU-Kandidatenländer, der Länder des Europäischen Wirtschaftsraums, von den europäischen Sozialpartnern und der Kommission gebilligt. Sie bekräftigt und verstärkt die koordinierten Bemühungen um Reformen im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung im Einklang mit den sich wandelnden gesellschaftlichen Erfordernissen und Arbeitsmarktanforderungen. Die Erklärung ist ein wichtiger Beitrag zur künftigen europäischen Strategie für die berufliche Aus- und Weiterbildung, die im Rahmen der Union der Kompetenzen angekündigt wurde, um den neuen politischen Rahmen in diesem Bereich für den Zeitraum 2026-2030 mitzugestalten.

Die Europäische Ausbildungsallianz - neue Registerkarte öffnen richtete im Sommer ihre jüngste hochrangige Veranstaltung - neue Registerkarte öffnen mit mehr als 230 Teilnehmenden aus. Wichtige Interessenträger, politische Entscheidungsträger, Sozialpartner, Bildungsanbieter, Unternehmen und Auszubildende diskutierten darüber, wie die Lehrlingsausbildung die Energiewende in Europa vorantreiben und qualifizierte, resiliente Arbeitskräfte für die Zukunft hervorbringen kann. Gemeinsam mit der Europäischen Stiftung für Berufsbildung - neue Registerkarte öffnen organisierte sie im Oktober zudem ein Seminar für Partnerländer in Montenegro - neue Registerkarte öffnen.

Erstmals werden im Aktionsplan für Grundkompetenzen, der Teil der Union der Kompetenzen ist, neben Lesen, Schreiben, Mathematik und Naturwissenschaften auch staatsbürgerliche Kompetenzen anerkannt. Vor diesem Hintergrund stand 2025 der Europäische Preis für innovativen Unterricht - neue Registerkarte öffnen unter dem Motto „Staatsbürgerliche Bildung – Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und bürgerschaftliches Engagement“. Im Laufe des Jahres wurden im Rahmen von Erasmus+-Jean-Monnet-Initiativen „Über die EU in der Schule lernen“ - neue Registerkarte öffnen 106 Vorschläge ausgewählt, mit denen über einen Zeitraum von drei Jahren mindestens 120 Stunden Unterricht zu den Themen Demokratie und Werte in der EU pro Schule angeboten werden sollen. Auch die Jean-Monnet-Schulnetzwerke wurden 2025 erweitert. Diese Netzwerke bestehen aus Einrichtungen aus mindestens drei Mitgliedstaaten und tragen dazu bei, EU-Themen in den Unterricht der Primar-, Sekundar- und Berufsbildung zu integrieren.

Darüber hinaus startete die Kommission 2025 zwei DiscoverEU - neue Registerkarte öffnen-Runden, in denen mehr als 75 000 Travel-Pässe an 18-Jährige in ganz Europa vergeben wurden. DiscoverEU hilft jungen Menschen, das gemeinsame Kulturerbe des Kontinents zu erkunden und Fähigkeiten und Kompetenzen zu erwerben, die ihnen ihr ganzes Leben lang nutzen werden. Die Runden fanden im Zusammenhang mit dem 40. Jahrestag des Schengener Übereinkommens statt, mit dem vier Jahrzehnte der Freizügigkeit in weiten Teilen Europas gefeiert wurden.

Ein Kulturkompass für Europa

In einer Zeit des raschen Wandels muss das Potenzial der Kultur anerkannt und voll ausgeschöpft werden, und es müssen die Herausforderungen in der Kultur- und Kreativbranche und der Kultur- und Kreativwirtschaft angegangen werden. Die Kommission hat daher einen Kulturkompass für Europa - neue Registerkarte öffnen vorgelegt, in dem sie eine Vision festlegt und wichtige Richtungen vorgibt, um die Kultur in den Mittelpunkt der EU-Politik zu stellen. Das Ziel des Kompasses wird durch 20 Leitinitiativen untermauert, darunter ein Vorschlag für eine EU-Künstlercharta zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Kunst- und Kulturschaffende.

Glenn Micallef steht an einem blauen Rednerpult und hält einen Ordner mit der Aufschrift „Culture Compass“ (Kulturkompass). Auf dem Bildschirm hinter ihm ist ein Logo der Europäischen Kommission zu sehen.
EU-Kommissar für Generationengerechtigkeit, Jugend, Kultur und Sport Glenn Micallef stellt anlässlich seiner Annahme den Kulturkompass für Europa vor – Brüssel (Belgien), 12. November 2025.

Im Jahr 2025 arbeitete die EU weiter am Aufbau einer Union der Gleichheit. In diesem Zusammenhang erreichte die Kommission im März mit der Vorstellung ihres Fahrplans für die Frauenrechte - neue Registerkarte öffnen einen wichtigen Meilenstein. In dem Fahrplan wird eine langfristige Vision für die Verwirklichung der Geschlechtergleichstellung dargelegt, die darauf abzielt, die Frauenrechte zu wahren und zu fördern und Herausforderungen für die Gleichstellung der Geschlechter, einschließlich Diskriminierung, Gewalt und technologiegestützter Voreingenommenheit, anzugehen. Am 16. Oktober kamen Vertreter der EU-Organe, der Mitgliedstaaten und von Frauenrechtsorganisationen in Brüssel (Belgien) zusammen, um die Grundsatzerklärung für eine geschlechtergerechte Gesellschaft (verfügbar als Anhang zum Fahrplan) offiziell zu billigen. Diese Erklärung baut auf den bedeutenden Fortschritten der Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter 2020-2025 - neue Registerkarte öffnen auf, mit der eine Gesellschaft geschaffen werden soll, in der Frauen und Mädchen frei von Diskriminierung und Gewalt leben können.

  • Jede dritte Frau im Erwachsenenalter hat körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren.
  • Jede fünfte Frau hat häusliche Gewalt erlebt.
  • Jede sechste Frau hat sexuelle Gewalt erfahren.

Darüber hinaus hat die Kommission im Oktober auch ihre Strategie für die Gleichstellung von LGBTIQ+-Personen 2026-2030 - neue Registerkarte öffnen auf den Weg gebracht, in der gezielte Maßnahmen mit verstärkten Anstrengungen zur durchgängigen Berücksichtigung der LGBTIQ+-Gleichstellung in allen EU-Politikbereichen kombiniert werden. Die gesellschaftliche Akzeptanz von LGBTIQ+-Personen hat in der EU in den letzten fünf Jahren zugenommen. Der Eurobarometer-Umfrage zur Diskriminierung in der EU - neue Registerkarte öffnen zufolge geben etwa 75 % an, kein Problem mit schwulen, lesbischen oder bisexuellen Kolleginnen und Kollegen zu haben. Trotzdem sind LGBTIQ+-Personen nach wie vor in unverhältnismäßiger und unannehmbarer Weise Hass ausgesetzt.

  • Jede zweite LGBTIQ+-Person erfährt nach wie vor hassmotivierte Belästigung.
Eine Intersex-Inclusive-Progress-Pride-Flagge und zwei europäische Flaggen wehen an einem klaren, sonnigen Tag vor dem Berlaymont-Gebäude. An dem Gebäude hängt ein Banner mit der Aufschrift: „United for our future 2024-2029“ (Gemeinsam für unsere Zukunft 2024-2029).
Europäische Flaggen und eine Intersex-Inclusive-Progress-Pride-Flagge wehen vor dem Berlaymont-Gebäude – Brüssel (Belgien), 15. Mai 2025. © Europäische Union. Architekten: Lucien De Vestel, Jean Gilson, A&J Polak; Renovierung: Berlaymont 2000

Bekämpfung von Diskriminierung

Die Bekämpfung von Antisemitismus war 2025 ein weiterer Schwerpunkt der EU, da Europa seit den Anschlägen am 7. Oktober 2023 einen Anstieg antisemitischer Hassverbrechen und Gewalttaten gegen jüdische Menschen verzeichnete. Die Kommission richtete im April das zweite Forum der Zivilgesellschaft zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Förderung jüdischen Lebens - neue Registerkarte öffnen aus, an dem 250 Sachverständige und Aktivisten teilnahmen, um spezifische Maßnahmen zur konsequenteren Bekämpfung von Antisemitismus in der EU zu erörtern. Angesichts offensichtlicher Bedrohungen wird die EU-Strategie zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Förderung jüdischen Lebens 2021-2030 - neue Registerkarte öffnen weiterhin als Richtschnur für die Maßnahmen der Kommission zum Schutz der jüdischen Gemeinschaft dienen.

Maßnahmen gegen Rassismus und für Barrierefreiheit standen 2025 ebenfalls auf der Agenda. Im April leitete die Kommission eine neue öffentliche Konsultation - neue Registerkarte öffnen zur Gestaltung der künftigen EU-Strategie gegen Rassismus 2026-2030 ein, mit der Maßnahmen zur Bekämpfung aller Formen von Rassismus, einschließlich Antiziganismus und Hass gegenüber Muslimen, eingeführt werden sollen. Sie wird auf dem EU-Aktionsplan gegen Rassismus 2020-2025 - neue Registerkarte öffnen aufbauen und zielt darauf ab, die Bemühungen zur Bekämpfung von Rassismus sowohl auf individueller als auch auf struktureller Ebene zu verstärken.

Anknüpfend an die 18. Europäische Plattform für die Einbeziehung der Roma - neue Registerkarte öffnen am 2. Oktober führte die Kommission am 12. November einen Umsetzungsdialog - neue Registerkarte öffnen zur Ermittlung der verbleibenden Herausforderungen, Vereinfachungsmöglichkeiten und bewährten Verfahren durch, um zu den Zielen des Strategischen Rahmens der EU für die Roma - neue Registerkarte öffnen 2020-2030 beizutragen.

70 %

der Roma leben in Armut. Das sind zwar weniger als 2016 (80 %), jedoch sind Roma-Familien nach wie vor viermal häufiger von Armut betroffen als die Allgemeinbevölkerung in der EU.

Auf dem Gebiet der Barrierefreiheit stellt der seit dem 28. Juni in den Mitgliedstaaten geltende europäische Rechtsakt zur Barrierefreiheit - neue Registerkarte öffnen sicher, dass wichtige Produkte und Dienstleistungen – wie Handys, Computer, Fernseher, Bank- und Zahlungsdienste, öffentliche Verkehrsmittel, E-Commerce-Plattformen und elektronische Kommunikation – für Menschen mit Behinderungen zugänglich sind, wodurch ihnen die uneingeschränkte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtert wird.

Die Kommission kündigte in ihrem Arbeitsprogramm 2026 - neue Registerkarte öffnen auch eine Mitteilung zur Verbesserung der Strategie für die Rechte von Menschen mit Behinderungen - neue Registerkarte öffnen an. Anschließend veröffentlichte die Kommission im November eine Aufforderung zur Stellungnahme und eine öffentliche Konsultation - neue Registerkarte öffnen, um Rückmeldungen zu den aktuellen Herausforderungen und Bedürfnissen zur Gewährleistung gleicher Rechte für Menschen mit Behinderungen in der EU einzuholen.

EU-Städte barrierefreier gestalten

Barrierefreie Räume sind ein wichtiger erster Schritt zur Verwirklichung der Gleichstellung. 2025 fand zum 16. Mal die Verleihung des Access City Award - neue Registerkarte öffnen statt. Mit diesem Preis werden EU-Städte gewürdigt, die sich besonders für die Barrierefreiheit einsetzen.

Im Dezember erhielt Saragossa (Spanien) den Access City Award 2026 als Vorbild dafür, wie EU-Städte die Barrierefreiheit erfolgreich in alle Aspekte des städtischen Lebens integrieren können.

Luftaufnahme eines großen, verzierten Gebäudes mit Kuppeldächern aus Fliesen. Aus diesen Kuppeln ragen schlanke Türme empor, die mit goldenen Kugeln und Verzierungen versehen sind. Die zentrale Kuppel ragt höher als die übrigen Teile und besteht aus gelbem Stein und blaugrauen Ziegeln. Die anderen Kuppeln sind mit komplexen, repetitiven Mustern in Gelb, Blau, Weiß und Grün gefliest. Diese Fliesenmotive finden sich auch in anderen kleinen Details des Daches wieder. Links im Bild neben dem Gebäude verläuft eine Straße, dahinter ein breiter, von Bäumen gesäumter Fluss, über den mehrere Brücken unterschiedlicher Stilrichtungen und aus verschiedenen Epochen führen. Im Hintergrund rechts erstreckt sich eine Stadt aus gelben und weißen Steinhäusern. © rh2010 – stock.adobe.com

Der Einsatz der EU gegen Diskriminierung erstreckt sich auf alle Bereiche, auch auf die digitale Welt. Im Jahr 2025 wurde der überarbeitete Verhaltenskodex+ für die Bekämpfung illegaler Hassreden im Internet - neue Registerkarte öffnen von der Kommission gemäß Artikel 45 des Gesetzes über digitale Dienste positiv bewertet und daher in den Koregulierungsrahmen des Rechtsakts integriert (siehe Kapitel 6). Die Unterzeichner des Verhaltenskodex verpflichteten sich, ihre Systeme zur Erkennung und Entfernung illegaler Hassreden zu stärken, die Transparenz und Rechenschaftspflicht zu verbessern und eng mit der Zivilgesellschaft zusammenzuarbeiten, um unter anderem die Verbreitung dieser Inhalte zu verhindern.

  • Im Jahr 2025 erhöhte die Kommission die Sichtbarkeit sozialer Initiativen mit Sportbezug durch ihre #BeActive Awards, mit denen Organisationen und Einzelpersonen ausgezeichnet werden, die Sport unter anderem zur Förderung von Inklusion, Geschlechtergleichstellung und Frieden einsetzen.

Inklusive Gesellschaften feiern

Der Europäische Monat der Vielfalt - neue Registerkarte öffnen wird jedes Jahr im Mai gefeiert und verkörpert das langfristige Engagement der EU für vielfältige und inklusive Arbeitsplätze und Gesellschaften. Mehr als 500 Veranstaltungen fanden 2025 in der gesamten EU statt.

Einer der Höhepunkte war die vierte Verleihung des Preises für Europäische Hauptstädte für Integration und Vielfalt - neue Registerkarte öffnen, mit dem die Arbeit der Städte und Regionen der EU zur Förderung der Inklusion und zur Schaffung diskriminierungsfreier Gesellschaften gewürdigt wird.

Die Gewinnerstädte der verschiedenen Kategorien waren:

  • Orte mit mehr als 50 000 Einwohnern: Utrecht (Niederlande);
  • Orte mit weniger als 50 000 Einwohnern: Mariehamn (Finnland);
  • Sonderpreis für inklusiven Wohnraum: Braga (Portugal).
Eine bunte Gruppe von Männern und Frauen in Laufbekleidung steht im Halbkreis und jubelt. Ein Mann steht in ähnlicher Laufkleidung in der Mitte der Gruppe und zeigt triumphierend mit dem Finger in die Luft. © Jacob Lund – stock.adobe.com