ALS UNIONSBÜRGERINNEN UND -BÜRGER GENIEßEN WIR ELEMENTARE VORZÜGE, DIE FÜR UNS GANZ SELBSTVERSTÄNDLICH SIND, WIE FRIEDEN AUF UNSEREM KONTINENT, DIE TATSACHE, DASS WIR TEIL DER GRÖßTEN VOLKSWIRTSCHAFT DER WELT SIND UND DASS UNS NIEMAND DARAN HINDERT, IN EIN ANDERES EU-LAND ZU REISEN UND DORT ZU LEBEN. ABER ES GIBT NOCH WEITERE, WENIGER OFFENSICHTLICHE VORTEILE, GANZ ALLTÄGLICHE DINGE, DIE VIELES VEREINFACHEN. IN DIESEM KAPITEL WIRD ANHAND VON BEISPIELEN GEZEIGT, WAS DIE EU IHREN BÜRGERINNEN UND BÜRGERN BRINGT.

WAS HAT DIE EU MIT IHREM ALLTAG ZU TUN?

Die EU kann sich nicht um alles kümmern, und das war auch nie ihr Ziel. Die Handlungsbefugnis der EU wird durch die EU-Verträge klar definiert und beschränkt. Grundsätzlich gilt, dass die EU nur dann tätig werden sollte, wenn sich ein Ziel auf EU-Ebene besser erreichen lässt als auf nationaler, regionaler oder lokaler Ebene. Falls Sie sich je gefragt haben, was genau die Europäische Union für Sie tut oder getan hat, hier nur einige Beispiele dafür, was sie bisher erreichen konnte.

Sicheres und problemloses Reisen in der EU

Das Reisen in der EU hat sich enorm vereinfacht. Die meisten EU-Staaten und einige Drittstaaten haben die Grenzkontrollen zwischen ihren Ländern abgeschafft. Sie haben das Schengener Übereinkommen unterzeichnet, das nach dem kleinen Ort in Luxemburg benannt wurde, in dem 1985 das erste Übereinkommen zur Abschaffung von Grenzkontrollen geschlossen wurde.

Als Unionsbürger können Sie innerhalb der 26  „Schengen-Länder“ ungehindert reisen. Die „Schengen-Länder“, das sind 22  EU-Staaten (Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn) sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz. Das Vereinigte Königreich und Irland haben sich gegen den Beitritt zum Schengen-Raum entschieden, während Bulgarien, Kroatien, Rumänien und Zypern ihm noch nicht beitreten können. Bei Reisen nach oder der Rückkehr aus Nicht-Schengen-Staaten ist ein gültiger Reisepass oder Personalausweis vorzulegen.

Bei Reisen in Europa genießen alle EU-Bürgerinnen und -Bürger in allen EU-Staaten:

  • Schutz durch umfassende Flug- und Fahrgastrechte bei Flug-, Bahn-, Schiffs- und Busreisen. Wird ihr Flug gestrichen, so haben sie unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung;
  • Schutz beim Kauf einer Pauschalreise; das bedeutet, dass das Unternehmen, das ihnen die Ferienreise verkauft hat, ihre Beschwerde bearbeiten muss (wenn Reisende beispielsweise in einem Hotel untergebracht werden, das nicht dem gebuchten Standard entspricht);
  • Schutz, falls ein Reiseveranstalter oder eine Fluggesellschaft in Konkurs geht;
  • und können bei Reisen außerhalb der EU die Hilfe eines Konsulats oder der Botschaft jedes anderen EU-Landes in Anspruch nehmen, wenn ihr Land im Reiseland keine Vertretung unterhält  – beispielsweise wenn sie wichtige Dokumente verlieren oder einen schweren Unfall haben.

WUSSTEN SIE ...

... dass Sie Ihre EU-Flug- und -Fahrgastrechte jederzeit und überall feststellen können? Laden Sie dazu einfach die App zu Ihren Rechten als Reisende herunter

Aufgabe 11

DER SCHENGEN-RAUM

Gehört Ihr Land zum Schengen-Raum? Sind Sie oder ein Mitglied Ihrer Familie in letzter Zeit in ein anderes EU-Land gereist? Mussten Sie eine Grenzkontrolle passieren? 2018 pendelten täglich 1,7 Millionen Europäer aus beruflichen Gründen zwischen Mitgliedstaaten der EU. Was bedeutet Schengen Ihrer Meinung nach für diese Menschen und die Wirtschaft in diesen Gebieten? Teilen Sie sich in kleine Gruppen auf und diskutieren Sie dieses Thema mit Ihren Mitschülern.

Studium, Ausbildung und Arbeiten in der gesamten Europäischen Union

Dank der EU nutzen viele junge Menschen das Recht auf umfassende Freizügigkeit zwischen den EU-Ländern.

Als EU-Bürger haben Sie das Recht:

  • in jedem EU-Land unter denselben Bedingungen wie die Staatsangehörigen ein Studium oder eine Ausbildung zu absolvieren;
  • in jedem EU-Land zu arbeiten und von den Möglichkeiten zu profitieren, die ein EU-weiter Arbeitsmarkt bietet.

WUSSTEN SIE ...

... dass die Kommission zur Unterstützung junger EU-Bürgerinnen und -Bürger beim Eintritt in den Arbeitsmarkt die Website „Dein erster EURES-Arbeitsplatz“) eingerichtet hat, um 18- bis 35-Jährigen aus der EU, Island und Norwegen bei der Suche nach einem Arbeitsplatz, einem Praktikum oder einer Lehrstelle in einem anderen Land zu helfen? Hier können auch Arbeitgeber in anderen EU-Ländern nach geeigneten Kandidaten für die Besetzung offener Stellen suchen.

Erasmus+

Sie haben vielleicht schon vom Programm „Erasmus+“. gehört oder werden demnächst davon hören. Dieses EU-Programm bietet jungen Menschen Unterstützung für einen Auslandsaufenthalt. Studierende erhalten finanzielle und organisatorische Unterstützung für einen Auslandsaufenthalt an einer europäischen Partnerhochschule. Durch ein europäisches Punktesystem ist sichergestellt, dass die im Ausland erbrachten Studienleistungen nach der Rückkehr auf das Studium im eigenen Land angerechnet werden.

Schulen haben die Möglichkeit, mit Schulen oder Organisationen in anderen EU-Ländern zusammenzuarbeiten. In der Regel sind an diesen Partnerschaften mindestens drei Organisationen aus drei Ländern beteiligt. Bitten Sie Ihre Lehrerin/Ihren Lehrer oder die Schulleitung, zu prüfen, welche Möglichkeiten Erasmus+ für „strategische Partnerschaften“ bietet.

Eine weitere Möglichkeit wäre eine Ausbildung am Arbeitsplatz im Ausland. Jedes Jahr absolvieren viele junge EU-Bürgerinnen und -Bürger einen Teil ihrer Ausbildung in einem anderen EU-Land. Das Programm arbeitet mit Unternehmen und Organisationen zusammen, die Projekte anbieten, für die sich junge Leute bewerben können.

WUSSTEN SIE ...

... dass seit Einführung des ersten Erasmus-Programms im Jahr 1987 über fünf Millionen junge Menschen von den Chancen, die dieses Programm bietet, profitiert haben? Weitere Informationen zu Erasmus finden Sie unter

Die Jugendgarantie

Viele junge Menschen verfügen nicht über die spezifischen Fertigkeiten und Qualifikationen, die Arbeitgeber suchen. Mit der Jugendgarantie (europa.eu/!CV83Gx) trägt die EU dazu bei, dass junge Menschen eine den Erfordernissen der Arbeitgeber entsprechende Ausbildung erhalten. Dies kann in Form einer Ausbildung am Arbeitsplatz oder einer individuellen Berufsberatung erfolgen.

Das Europäische Solidaritätskorps

Die EU hat eine neue Initiative für junge Menschen ins Leben gerufen, die bereit sind, einen konstruktiven und solidarischen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Das Europäische Solidaritätskorps bietet jungen Europäerinnen und Europäern zwischen 18 und 30  Jahren die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Freiwilligentätigkeit oder eines beruflichen Einsatzes an einer Vielzahl von Solidaritätsaktivitäten zu beteiligen. Für viele junge Menschen könnte dies das Sprungbrett auf den Arbeitsmarkt sein.

Wären Sie an einer Teilnahme interessiert? Weitere Informationen über die Initiative finden Sie auf der folgenden Website, die auch über Schulungsangebote sowie sprachliche und finanzielle Unterstützung informiert und auf der Sie sich registrieren können: europa.eu/youth/solidarity_de.

Aufgabe 12

FREIWILLIGENARBEIT ODER STUDIUM IM AUSLAND

Können Sie sich vorstellen, Freiwilligenarbeit im Ausland zu leisten oder ein oder zwei Semester Ihres Studiums an einer Universität in einem anderen EU-Land zu verbringen? Arbeiten Sie in Zweiergruppen zusammen und erstellen Sie eine Liste mit je vier Argumenten, die dafür- bzw. dagegensprechen. Welche Argumente überzeugen Sie mehr? Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse mit denen Ihrer Mitschüler und diskutieren Sie darüber.

Freier Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr in der EU

Dank des europäischen Binnenmarkts können sich nicht nur Bürgerinnen und Bürger frei innerhalb der EU bewegen, sondern er ermöglicht auch den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen und Kapital. Unter „Kapital“ ist nicht nur „Geld“ zu verstehen. Hierzu gehören auch Investitionen, Darlehen und Kredite sowie sonstige Geschäfte mit Finanzinstitutionen, die beispielsweise Vermächtnisse und Stiftungen betreffen. Damit wird es für EU-Unternehmen einfacher, in mehr als einem Land tätig zu sein und sich im weltweiten Wettbewerb zu behaupten. Die Unternehmen haben unabhängig von ihrer Größe Zugang zu den nationalen Märkten aller EU-Länder und zu rund 510  Millionen potenziellen Kunden. Warum das auch Ihnen zugutekommt? Weil mehr Wettbewerb für niedrigere Preise sowie eine größere Auswahl an Produkten und Dienstleistungen sorgt.

Aufgabe 13

Was bedeutet freizügigkeit in der praxis für sie?

Ordnen Sie die Beispiele den vier Bereichen des Binnenmarkts (freier Personen-, Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr) richtig zu und kreuzen Sie das entsprechende Feld an.

Freier Personen-verkehr Freier Waren-verkehr Freier Dienstleistungs-verkehr Freier Kapital-verkehr
1 Ich kann einen Gebrauchtwagen im Ausland kaufen und ihn zollfrei mit in mein Land nehmen.
2 Ich kann innerhalb der EU reisen, wohin ich will.
3 Ich kann in einem anderen EU-Land studieren.
4 Meine Eltern können ihr Badezimmer von einem Fliesenleger aus einem anderen EU-Land renovieren lassen.
5 Meine Eltern können mir Geld in das Land schicken, in dem ich studiere.
6 Ich kann in einem anderen EU-Land arbeiten.
7 Ich kann online Waren aus einem anderen EU-Land kaufen und muss sie nicht verzollen.

EU-weite Gesundheitsfürsorge und Sicherheit

Falls Sie beim Besuch eines anderen EU-Landes krank werden oder einen Unfall haben, dann haben Sie als EU-Bürger in jedem Land der EU Anspruch auf die öffentliche Gesundheitsversorgung, und zwar zu denselben Bedingungen wie die Bevölkerung des betreffenden Landes. Fragen Sie Ihre Krankenkasse vor einer Reise ins Ausland nach Ihrer Europäische Krankenversicherungskarte  (europa.eu/!JH73NV).

Ferner kommen EU-Bürger in den Genuss hochwertiger, angemessen gekennzeichneter und sicherer Lebensmittel. Die Standards für Lebensmittelsicherheit der EU zählen zu den höchsten weltweit. In der EU sind für die gesamte Nahrungsmittelkette obligatorische Kontrollen vorgeschrieben, durch die sichergestellt wird, dass Pflanzen und Tiere gesund, Lebens- und Futtermittel sicher und Produkte korrekt gekennzeichnet sind.

WUSSTEN SIE ...

... dass es ein Schnellwarnsystem für gefährliche Konsumgüter („Non-Food“-Produkte) gibt, das den zügigen Informationsaustausch über gefährliche Produkte, die auf dem Markt festgestellt wurden, zwischen den nationalen Behörden von 31 Ländern und der Europäischen Kommission erleichtert? Hersteller oder Vertriebsunternehmen, die feststellen, dass eines ihrer zum Verkauf angebotenen Produkte gefährlich ist, müssen die zuständige nationale Behörde informieren. Weitere Informationen finden Sie unter: europa.eu/!Ku94nH

Aufgabe 14

EUROPÄISCHE KENNZEICHEN

In den Rechtsvorschriften der EU sind strenge Regeln für die Kennzeichnung bestimmter Produkte, wie Lebensmittel, Getränke und Kosmetikprodukte, vorgesehen, um die Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher zu schützen und ihnen zu helfen, die richtige Wahl zu treffen. Ohne ordnungsgemäße Kennzeichnung darf ein Produkt nicht auf den Markt gebracht werden.

Erkennen Sie die nachfolgend abgebildeten Kennzeichen? Wo sind sie zu finden? Was bedeuten sie?

Verbraucherrechte in der EU

Beim Einkauf in der EU werden Sie durch eine Vielzahl von Gesetzen geschützt. So haben Sie als EU-Verbraucher Anspruch auf eine Gewährleistungsfrist von mindestens zwei Jahren für in der EU erworbene Waren wie elektronische Geräte. Das bedeutet beispielsweise, dass Ihr Mobiltelefon, sollte es nach einem Jahr kaputtgehen, kostenlos repariert oder ersetzt wird, und zwar unabhängig davon, wo Sie es in der EU ursprünglich gekauft haben.

Zudem genießen Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU seit 2015 einen besseren Schutz, wenn sie im Internet einkaufen. Jetzt gibt es ein EU-Gesetz, das

  • Ihnen bei Fernkäufen, ob per Internet oder Telefon, ein 14-tägiges Rückgaberecht einräumt,
  • versteckte Abgaben und Gebühren im Internet verbietet und
  • vorab angekreuzte Kästchen untersagt, mit denen Verbraucher in der Vergangenheit unwissentlich dazu gebracht wurden, eine gar nicht gewünschte Reiseversicherung abzuschließen oder einen Leihwagen anzumieten.

WUSSTEN SIE ...

... dass Sie jetzt Ihr Geld zurückbekommen können, wenn Sie in einem anderen EU-Staat einen neuen Flachbildfernseher gekauft, aber nie erhalten haben, oder wenn Sie ein defektes Produkt gekauft haben? Seit Juli 2017 bietet das überarbeitete Europäische Verfahren für geringfügige Forderungen Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie kleinen Unternehmen die Möglichkeit, grenzüberschreitende Zahlungsansprüche bis zu einer Höhe von 5 000 EUR durchzusetzen: europa.eu/!jk67JW

Hochwertige Telekommunikationsdienste in der EU

Die meisten von uns nutzen heute Smartphones und Tablets. Als EU-Bürger

WUSSTEN SIE ...

... dass die Preise für das Roaming seit 2007 um über 90 % gesunken sind? Roaming zu Inlandspreisen („Roam like at home“), bei dem der Kunde unabhängig davon, wohin er in der EU reist, dieselben Preise wie im Heimatland bezahlt, ist seit Juni 2017 für alle Europäer Wirklichkeit geworden.

Der Euro: eine gemeinsame Währung in 19 EU-Mitgliedstaaten

In zwölf EU-Ländern wurden im Jahr  2002 Euro-Banknoten und -Münzen eingeführt; inzwischen haben 19  Länder ihre nationale Währung durch den Euro ersetzt. Mehr als 340 Millionen EU-Bürgerinnen und ‑Bürger, also zwei Drittel aller EU-Bürger, verwenden den Euro in ihrem Alltag.

Die Verwendung einer gemeinsamen Währung in einem Binnenmarkt, in dem Menschen aus verschiedenen Ländern Handel miteinander treiben, bietet eine Reihe von Vorteilen. Für die Verbraucher ist es einfacher, Preise im Heimatland, im Ausland und im Internet zu vergleichen. Unternehmen können in einer Währung Gebühren berechnen und erheben und sind keinen Wechselkursschwankungen ausgesetzt; zudem sorgt der Wegfall von Transaktionskosten für stabile Preise.

WUSSTEN SIE ...

... dass Euro-Münzen eine „gemeinsame“ Seite haben, auf der die Landkarte Europas abgebildet ist, und dass die andere Seite von jedem Land selbst gestaltet wird? Erkennen Sie das Symbol auf dieser 2-Euro-Münze? Wissen Sie, woher sie kommt?

Aufgabe 15

WELCHE LÄNDER GEHÖREN ZUM EURO-WÄHRUNGSGEBIET?

In der folgenden Tabelle sind alle 28 EU-Länder aufgeführt. Kreuzen Sie die 19 Länder an, die zum „Euro-Währungsgebiet“ gehören und den Euro als Währung verwenden.

Finanzierung aus EU-Mitteln in Ihrer Region

Die Länder und Regionen der EU sind nicht nur unterschiedlich groß, sie sind auch unterschiedlich wohlhabend. Im Verlaufe der Jahre wurden für Tausende von Projekten EU-Mittel bereitgestellt, von denen  – was die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze betrifft  – jedes EU-Land sowie die EU als Ganzes profitiert haben.

Häufig ist den Menschen gar nicht bewusst, dass die EU Projekte ganz in ihrer Nähe finanziert hat oder gerade finanziert. Dabei wurden im Rahmen von aus EU-Mitteln geförderten Projekten Millionen neuer Arbeitsplätze geschaffen, Tausende von Kilometern strategischer Verkehrs-, Energie- und Breitbandverbindungen angelegt, Investitionen in Forschung und Innovation getätigt, Maßnahmen zum Schutz des kulturellen Erbes und von Naturschutzgebieten ergriffen und noch viele weitere Vorhaben durchgeführt.

Werfen Sie einen Blick auf diese Websites und schauen Sie sich anhand einiger Beispiele an, welche Projekte in Ihrem Land aus EU-Mitteln finanziert wurden. Sie werden feststellen, dass die EU Ihrem Heimatort viel näher ist, als Sie vielleicht denken: europa.eu/!bM68th und europa.eu/!vx33cQ.

WUSSTEN SIE ...

... dass sich der Haushalt der EU für das Jahr 2018 auf 160 Mrd. EUR beläuft? Dies entspricht etwa 1 % des Gesamtwerts aller in der EU produzierten Waren und Dienstleistungen.

Der größte Teil der EU-Finanzen (ca. 94 %) wird für Projekte und Programme ausgegeben, die Studierenden, Wissenschaftlern, Landwirten, Unternehmen, Organisationen sowie Städten und Regionen in der gesamten EU zugutekommen. Ein Teil der Mittel wird auch für Entwicklungshilfe für Länder außerhalb der EU bereitgestellt. Etwa 6 % werden für die Verwaltung aufgewendet.

Aufgabe 16

DIE EU IN IHREM ALLTAG

Die zehn nachfolgenden Beispiele vermitteln Ihnen einen Eindruck davon, welche Rolle die EU im Alltag ihrer Bürger spielt. Wählen Sie die drei aus, die für Sie am wichtigsten sind, vergleichen Sie Ihre Antworten mit denen Ihrer Mitschüler, und begründen Sie Ihre Auswahl.

Sie können in jedes EU-Land reisen, dort studieren, arbeiten und leben. Jeder kann selbst entscheiden, wo er leben oder eine Arbeit suchen möchte. Der EU-Binnenmarkt ermöglicht den freien Personenverkehr.

Die EU hat die Schranken für den freien Handel zwischen ihren Mitgliedern abgebaut. Das bedeutet, dass jeder/jede selbst entscheiden kann, wo in Europa er/sie Waren produziert, kauft und verkauft. Das bedeutet auch eine größere Auswahl an Produkten und niedrigere Preise für die Verbraucher.

Reisen in Europa ist heute sehr einfach. Durch das Schengener Übereinkommen wurden die Grenzkontrollen zwischen den meisten europäischen Ländern abgeschafft. Sie können jetzt die meisten Grenzen innerhalb der EU überqueren, ohne Ihren Pass vorzuzeigen.

Es kann passieren, dass Sie auf Ihrer Reise in einem anderen EU-Land krank werden oder einen Unfall haben. Als EU-Bürger haben Sie Anspruch auf die medizinische Versorgung, die nicht bis zu Ihrer Heimreise warten kann. Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte haben Sie Zugang zur staatlichen Gesundheitsversorgung im EU-Ausland und zahlen dieselben Gebühren wie die einheimische Bevölkerung.

Flugreisen sind viel billiger geworden. Die EU hat nationale Monopole abgeschafft und den Luftverkehr für den Wettbewerb geöffnet. Heute verfügen mehr Städte über eigene Flughäfen, und es gibt mehr Direktflüge zwischen den Städten. Auch die Rechte der Fluggäste wurden gestärkt.

Die Preise für die Nutzung von Mobiltelefonen und intelligenten Geräten im Ausland sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Dank EU-Vorschriften, mit denen Preisobergrenzen festgelegt wurden, konnten die Kosten deutlich (um mehr als 90 % seit 2007) gesenkt werden. Roaming gebühren wurden im Juni 2017 abgeschafft, sodass Sie für die Benutzung Ihres Mobiltelefons im Ausland dasselbe bezahlen wie zu Hause.

Die Gewährleistungsfrist für Konsumgüter wie z. B. elektronische Geräte beträgt jetzt mindestens zwei Jahre. Das bedeutet beispielsweise, dass Ihr Mobiltelefon, sollte es nach einem Jahr kaputtgehen, kostenlos repariert oder ersetzt werden kann. Dabei ist es zudem gleichgültig, in welchem EU-Land Sie das Produkt gekauft haben.

Auch wenn Sie Waren nicht in einem Ladengeschäft bestellen oder kaufen, sind Sie durch EU-Recht geschützt. Sie haben z. B. auch dann die Möglichkeit, es sich anders zu überlegen, wenn Sie ein Abonnement oder einen Vertrag auf der Straße abschließen oder im Internet einkaufen. Sie haben das Recht, innerhalb von 14 Tagen die Bestellung zu stornieren oder die Ware zurückzuschicken.

Als Verbraucher haben Sie vielleicht ein Interesse daran, möglichst umweltfreundliche Produkte zu kaufen; das Energieetikett der EU hilft Ihnen dabei, die richtige Wahl zu treffen. Zahlreiche Produkte wie Leuchtmittel, Waschmaschinen, Kühlschränke und Fernsehgeräte tragen das Energieetikett der EU. So lässt sich leichter feststellen, welche Produkte die höchste Energieeffizienz aufweisen und als A+++ eingestuft werden.

Die EU zeichnet sich durch sauberes Trinkwasser und saubere Badegewässer aus. Umweltverschmutzung kennt keine Grenzen, und saubere Luft sowie sauberes Wasser haben natürlich einen sehr hohen Stellenwert. Die EU hat verbindliche europaweite Grenzwerte für die Luft- und Wasserverschmutzung eingeführt, und die EU-Staaten sind verpflichtet, für die Einhaltung dieser Werte zu sorgen.