28.6.2005   

DE

Amtsblatt der Europäischen Union

C 157/22


Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses zu der Mitteilung der Kommission: „Auf dem Weg zu einer europäischen Strategie für Nanotechnologie“

(KOM(2004) 338 endg.)

(2005/C 157/03)

Die Europäische Kommission beschloss am 12. Mai 2004, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss gemäß Artikel 262 des EG-Vertrags um Stellungnahme zu folgender Vorlage zu ersuchen: Mitteilung der Kommission „Auf dem Weg zu einer europäischen Strategie für Nanotechnologie“

Die mit den Vorarbeiten beauftragte Fachgruppe Binnenmarkt, Produktion und Verbrauch nahm ihre Stellungnahme am 10. November 2004 an. Berichterstatter war Herr PEZZINI.

Der Ausschuss verabschiedete auf seiner 413. Plenartagung am 15. Dezember 2004 mit 151 Stimmen bei 1 Stimmenthaltung folgende Stellungnahme:

1.   Vorwort

1.1

Der EWSA ist sich der Tatsache bewusst, dass folgende Stellungnahme ein teilweise neues Themengebiet behandelt, dessen Terminologie oft kaum bekannt oder zumindest kaum benutzt wird. Aus diesem Grunde sah man sich gehalten, eine kurze Begriffsbeschreibung voranzustellen und den Stand der Forschung sowie der Anwendung der Nanotechnologie in Amerika und Asien zu beschreiben.

1.2

Inhalt der Stellungnahme

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

2.   Terminologie

2.1

Nano: Ist der milliardste Teil eines Ganzen. Da wir in unserem Fall von Maßen sprechen, benutzen wir „Nano“ als milliardsten Teil des Meters.

2.2

Mikro: Bezeichnet den millionsten Teil eines Ganzen. In unserem Fall den millionsten Teil des Meters.

2.3

Nanowissenschaften: Die Nanowissenschaften stellen bezüglich der Grundstruktur und der Zusammensetzung von Materie auf der atomaren und molekularen Ebene einen neuen Ansatz der traditionellen Wissenschaften dar (Chemie, Physik, elektronische Biologie ...). Es sind dies die Wissenschaften, die die Möglichkeiten der Atome in den einzelnen Disziplinen untersuchen. (1)

2.4

Nanotechnologien: Dies sind Technologien, die es erlauben, Atome und Moleküle so zu manipulieren, dass neue Oberflächen und Objekte entstehen. Diese erlangen durch die anders geartete Zusammensetzung und die neue Anordnung der Atome besondere Eigenschaften, die im täglichen Leben nutzbar sind. (2) Es sind dies also die Technologien eines Milliardstel Meters.

2.5

Neben der oben gegebenen Definition ist es angebracht, eine vom wissenschaftlichen Standpunkt aus prägnantere hinzuzufügen. Nanotechnologie ist ein multidisziplinärer Ansatz zur Schaffung von Materialien, Ordnungen und Systemen durch die Kontrolle der Materie auf der nanometrischen Ebene.

2.6

Nanomechanik: Für die Beschaffenheit eines Objekts werden die Maße bereits wichtig, wenn die Maßeinheit von einem Nanometer auf einige Dutzend Nanometer wechselt (es handelt sich um Objekte, die aus einigen Dutzend bis zu einigen Tausend Atomen bestehen). Auf dieser Ebene der Dimensionen hat ein aus 100 Eisenatomen bestehendes Objekt völlig andere physikalisch-chemische Eigenschaften als ein anderes, aus 200 solcher Atome bestehendes Objekt, auch wenn beide mit den gleichen Atomen hergestellt worden sind. Analog dazu weist ein Festkörper aus Nanopartikeln völlig andere mechanische und elektromagnetische Eigenschaften auf als ein traditioneller Festkörper derselben chemischen Zusammensetzung. Diese Eigenschaften hängen von den Eigenschaften der einzelnen Einheiten ab, aus denen sich ein Festkörper zusammensetzt.

2.7

Dies ist eine grundlegende wissenschaftliche und technologische Neuerung, die unseren Zugang zur Gestaltung und Bearbeitung von Materialien in allen Wissenschafts- und Technologiefeldern verändern wird. Die Nanotechnologie ist also keine neue Wissenschaft, die sich zu Chemie, Physik oder Biologie hinzugesellt, sondern eine neue Art, Chemie, Physik oder Biologie zu betreiben.

2.8

Aus dem oben Gesagten geht hervor, dass ein Material oder ein nanostrukturiertes System aus nanometrisch dimensionierten Einheiten gebildet ist (die aus einzelnen Atomen konstruierten Strukturen, an die wir herkömmlicherweise gewöhnt sind, sind nicht mehr relevant) und daher mit besonderen Eigenschaften ausgestattet ist, die sich in komplexe Strukturen einfügen. Es ist also klar, dass die produktiven Muster, die auf der Verbindung einzelner Atome oder Moleküle, die alle gleich sind, beruhen, verändert und ersetzt werden durch Ansätze, in denen die Maße einen grundlegenden Parameter darstellen.

2.9

Um sich das Revolutionäre der Nanotechnologien im ganzen Umfang deutlich zu machen, kann man sich vorstellen, dass es etwa das Gleiche wäre, wenn ein neues Periodensystem der Elemente gefunden würde, welches nur viel größer und komplizierter wäre als das uns bekannte, und dass die von den Zustandsdiagrammen auferlegten Beschränkungen (z.B. die Möglichkeit, zwei Stoffe zu vermischen) überwunden werden könnten.

2.10

Es handelt sich also um Bottom-up-Technologien, durch die man von der Dynamik einzelner Funktionen zu einem Ganzen gelangt. Sie finden ein immer weiteres Anwendungsfeld unter anderem in folgenden Feldern: Gesundheit, Informationstechnologien, Materialwissenschaft, verarbeitende Industrie, Energie, Sicherheit, Weltraumforschung, Optik, Akustik, Chemie, Ernährung, Umwelt.

2.11

Auf Grund dieser Anwendungsgebiete, von denen einige bereits möglich sind und von den Bürgern genutzt werden (3), ist es realistisch zu behaupten, dass „die Nanotechnologien die Lebensqualität, die Wettbewerbsfähigkeit der verarbeitenden Industrie und die nachhaltige Entwicklung beachtlich verbessern werden können.“  (4)

2.12

Mikroelektronik. Ein Teilbereich der Elektronik, der sich mit der Entwicklung von integrierten Schaltkreisen beschäftigt, die in einem „einzigen Bereich eines Halbleiters“, in sehr kleinen Maßeinheiten verwirklicht werden. Heutzutage ist die mikroelektronische Technologie in der Lage, einzelne Komponenten in der Größenordnung von weniger als 0,1 Mikrometer oder 100 Nanometer zu konstruieren. (5)

2.13

Nanoelektronik. Ist die Wissenschaft, die sich mit der Erforschung und der Herstellung von Schaltkreisen beschäftigt, die mit Hilfe von Technologien und verschiedenen Materialien aus „Silizium“ geschaffen werden und die nach grundsätzlich anderen Prinzipien wie die heutigen funktionieren. (6)

2.13.1

Die Nanoelektronik ist dabei, ein Hauptgebiet der Nanotechnologien zu werden. Etwa so, wie sich Elektronik heute in allen Bereichen der Wissenschaft und industriellen Verfahren befindet. (7)

2.13.2

Die Entwicklung der elektrischen/elektronischen Bauteile ist sehr schnell erfolgt. Im Laufe weniger Jahrzehnte hat sich, angefangen mit den Röhren, aus dem Halbleiter der Chip und der Mikrochip entwickelt, um heute zum Nanochip zu gelangen, dessen Bestandteile jeweils aus wenigen hundert Atomen bestehen. In einem Nanochip können Informationen enthalten sein, die 25 Bänden der Encyclopaedia Britannica entsprechen. (8)

2.13.3

Die Wissenschaftler und Hersteller von elektronischen Teilen waren sich früh darüber im klaren, dass der Informationsfluss um so schneller wird, je kleiner der Chip ist. (9) Die Nanoelektronik erlaubt es also, Informationen sehr schnell in extrem reduzierten Räumen zu verwalten.

2.14

Das Rastertunnelmikroskop: Dieses Instrument hat seinen Erfindern den Nobelpreis eingebracht und wird auch als „Linse des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet. Es dient dazu, die Materie auf der atomaren Ebene zu „sehen“. Dies funktioniert folgendermaßen: Die Mikroskopspitze wird parallel zu einer Oberfläche verschoben. Die Elektronen der Oberfläche (nicht die Atome) verschieben sich durch den Tunneleffekt von der Oberfläche zur Spitze. Auf diese Weise entsteht Strom. Dieser wird um so intensiver, je kleiner die Distanz zwischen Oberfläche und Spitze ist. Dieser Strom wird mittels einer Höhenberechnung umgewandelt und erlaubt es, die Topografie der Oberfläche eines Materials auf nanometrischer Ebene zu erhalten.

2.14.1

Der Tunneleffekt: Ein Teilchen, das sich in einem Loch befindet und eine bestimmte Energie hat, kann in der klassischen Mechanik nicht aus ihm herauskommen — zumindest wenn die gegebene Energie nicht ausreicht, um über die „Ränder“ des Loches zu springen. In der Quantenmechanik hingegen ist die Situation durch die „Heisenbergsche Unschärferelation“ sehr unterschiedlich. Wenn das Teilchen in dem Loch gefangen ist, wäre die Unschärfe seiner Verortung sehr gering und folglich die Unschärfe seiner Geschwindigkeit sehr hoch. Also gibt es eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass das Teilchen über eine ausreichende Energie verfügt, um aus dem Loch zu entkommen, auch wenn seine durchschnittliche Energie nicht ausreichen würde, um das Hindernis zu überwinden. (10)

2.15

Kohlenstoff-Nanoröhren: Diese sind das Ergebnis einer besonderen Anordnung von Kohlenstoffatomen. Nanoröhren gehören zu den stabilsten und leichtesten Materialien, die heute bekannt sind. Sie sind sechsmal leichter und hundertmal stabiler als Stahl. Sie haben einen Durchmesser von einigen Nanometern, und ihre Länge beträgt sogar weitaus mehr als mehrere Mikron. (11)

2.16

Selbstzusammensetzung von Makromolekülen: Dies ist ein Vorgang, der in den Laboratorien angewandt wird, um die Natur zu imitieren: „Alles, was lebt, ist Selbstzusammensetzung“. Durch das Verfahren der Selbstzusammensetzung werden Schnittstellen zwischen den elektronischen Kreisläufen und biologischem Gewebe geschaffen und eine Verbindung von Informatik und Biologie angestrebt. Das Ziel, das den Wissenschaftlern schon in naher Zukunft zu liegen scheint, ist es, dem Tauben Gehör und dem Blinden Sehvermögen geben zu können. (12)

2.17

Biomimetik:  (13) Die Wissenschaft, die die Gesetze untersucht, welche der in der Natur vorkommenden molekularen Zusammensetzung zugrunde liegen. Das Wissen um diese Gesetze könnte es erlauben, künstliche Nanomotoren herzustellen, die auf den gleichen Prinzipien basieren, wie sie in der Natur vorkommen. (14)

3.   Einleitung

3.1

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss begrüßt die Klarheit, mit der die Mitteilung über die Nanotechnologien verfasst wurde, teilt die Gründe, die die Kommission veranlasst haben, frühzeitig gute Vorschläge zu diesem Thema zu unterbreiten, und begrüßt die zahlreichen Publikationen, darunter die CD-Roms, die sich sowohl an ein Expertenpublikum wie an die Jugend richten.

3.1.1

Insbesondere die CD-Roms stellen mit ihrem pädagogischen Ansatz einen ausgesprochen nützlichen Bildungsträger dar, um die erforderlichen Informationen über die Nanotechnologien einem breiten, bisweilen nicht vorgebildeten und oftmals jungen Publikum zu vermitteln.

3.2

Der EWSA meint, dass dieses Thema, da es zu neuen und fruchtbaren Entdeckungen in vielen Lebensbereichen der Bürger führen kann, in einer möglichst für alle verständlichen Sprache verbreitet werden muss. Außerdem müssen sich die Forschungen zu neuen Produkten an den Bedürfnissen und Forderungen der Verbraucher orientieren, die für die Probleme der nachhaltigen Entwicklung sensibilisiert sind.

3.2.1

Eine besondere Rolle könnten auch die Journalisten und die Herausgeber der Massenmedien, insbesondere der Fachpresse einnehmen, die an erster Stelle die Nachrichten von den Erfolgen der Forscher verbreiten, die dafür sorgen, dass die Wissenschaft konkrete Ergebnisse liefert.

3.2.2

Die derzeitigen Entwicklungsindikatoren zu Nanotechnologien konzentrieren sich hauptsächlich auf vier Aspekte: 1. Veröffentlichungen (15); 2. Patente; 3. Unternehmensgründungen (Start-ups); 4. Umsatz. Bei den Veröffentlichungen hält die EU den ersten Platz mit einem Prozentanteil von 33 %, gefolgt von den USA mit 28 %. Die genauen Prozentzahlen für China liegen nicht vor, aber es scheint, dass auch in diesem Land die Zahl der Veröffentlichungen steigt. Bei den Patenten haben die USA den ersten Platz mit 42 % inne, gefolgt von der EU mit 36 %. Was die Unternehmensgründungen angeht, so sind unter 1.000 wirklichen Nanotechnikbetrieben 600 in den USA entstanden und 350 in der Europäischen Union. Die Umsatzzahlen zeigen einen globalen Anstieg von momentan 50 Mrd. € auf ca. 350 Mrd. 2010, um bis 2015 auf 1.000 Mrd. € anzusteigen. (16)

3.3

Die Nanotechnologien und -wissenschaften sind nicht nur ein neuer Ansatz in den Natur- und Materialwissenschaften, sondern vor allem auch eines der vielversprechendsten und wichtigsten multidisziplinären Instrumente zur Schaffung von hochinnovativen Produktionssystemen und Erfindungen sowie Anwendungen mit einer Vielzahl von Einsatzgebieten in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft.

3.3.1

Auf der Ebene der Nanometrik entwickeln herkömmliche Materialien Eigenschaften, die verschieden sind von denen ihrer makroskopischen Gegenstücke, und erlauben so die Herstellung von Systemen mit besserer Funktionalität und Leistung. Das vollkommen Neue bei der Nanotechnologie besteht darin, dass sich, wenn man die Dimensionen eines Materials verringert, seine physikalischen und chemischen Eigenschaften verändern. „Dies erlaubt es, Produktionsstrategien zu entwickeln, die dem Ansatz der Natur bei der Schaffung komplexer Systeme ähnlich sind — mit einem rationellen Energieverbrauch und einer Minimalisierung der benötigten Rohstoffe sowie der anfallenden Abfälle.“  (17)

3.3.2

Die mit der Nanotechnologie verbundenen Produktionsprozesse müssen also von einem neuen Ansatz ausgehen, der diese neuen Eigenschaften umfassend berücksichtigt und gewährleistet, dass sie dem wirtschaftlichen und dem sozialen System Europas den größten Nutzen bringen.

3.4

Der nanotechnologische Ansatz durchdringt alle Produktionssektoren. Gegenwärtig wird in folgenden Teilbereichen bereits bei einigen Produktionsabläufen Nanotechnologie angewandt: in der Elektronik (18), der Chemie (19), der Pharmazeutik (20), der Mechanik (21), der Autoindustrie, der Luft- und Raumfahrt (22) und der verarbeitenden Industrie (23) und der Kosmetikbranche.

3.5

Mithilfe der Nanotechnologien kann die Europäische Union durch die Entwicklung der Wissensgesellschaft die Verwirklichung der auf der Tagung des Europäischen Rates in Lissabon gesteckten Ziele entscheidend voranbringen und Europa zum dynamischsten und wettbewerbsfähigsten Raum der Welt machen. Dabei soll sich dieser Raum durch Umweltbewusstsein, Zusammenhalt, durch eine Welle von Unternehmensgründungen, durch besser qualifizierte Arbeit sowie durch neue Berufsbilder und Ausbildungsgänge auszeichnen.

3.6

Im Bereich der Nanotechnologien scheint Europa nach Auffassung der Kommission eine günstige Ausgangsposition zu haben, die sich jedoch in handfeste Wettbewerbsvorteile für die europäische Industrie und die europäische Gesellschaft niederschlagen muss, um angesichts der hohen notwendigen Forschungsinvestitionen eine ordentliche Kapitalrendite gewährleisten zu können.

3.6.1

Das Grundproblem besteht darin, die strategische Bedeutung dieser Technologien zu erkennen, die für breite Bereiche der Wirtschaft und der Gesellschaft relevant sind. Genauso wichtig ist es, eine wirklich integrierte Politik im Bereich der Nanotechnologien und –wissenschaften zu entwickeln, der erhebliche Mittel zugewiesen werden und die vom Privatsektor, der Industrie, der Finanzwelt und dem Bildungssektor voll und ganz unterstützt wird.

4.   Zusammenfassung des Kommissionsvorschlags

4.1

Mit der Mitteilung über Nanotechnologie möchte die Kommission auf institutioneller Ebene zum Nachdenken über eine Gemeinschaftsinitiative anregen, für die folgende Ziele gelten:

Erhöhung der Investitionen und Koordinierung der FuE, um die industrielle Nutzung von Nanotechnologien auszubauen und gleichzeitig ein sehr hohes Wissenschafts- und Wettbewerbsniveau beizubehalten;

Entwicklung einer wettbewerbsfähigen FuE-Infrastruktur („High-Tech-Zentren“), die dem Bedarf von Industrie und Forschungseinrichtungen Rechnung trägt;

Förderung der interdisziplinären Aus- und Weiterbildung von Forschungspersonal mit verstärkter unternehmerischer Denkweise;

Gewährleistung vorteilhafter Bedingungen für Technologietransfer und Innovation, damit die europäische Spitzentechnologie im Bereich FuE Produkte und Verfahren kreiert, die zur Schaffung von Wohlstand beitragen;

frühzeitige Einbeziehung gesellschaftlicher Überlegungen in den FuE-Prozess;

entschlossene Behandlung aller potenziellen Risiken für die öffentliche Gesundheit, Sicherheit, Umwelt und Verbraucher durch Erfassung der notwendigen Daten zur Risikobewertung, deren Integration in jeden Schritt des Lebenszyklus nanotechnologischer Produkte, Anpassung vorhandener und ggf. Entwicklung neuer Methoden;

Abrundung der obigen Maßnahmen durch entsprechende Zusammenarbeit und geeignete Initiativen auf internationaler Ebene.

4.2

Im Einzelnen schlägt die Kommission vor, folgende Aktivitäten zu entwickeln:

Schaffung eines Europäischen Forschungsraums für Nanotechnologie;

Entwicklung qualitativ hochwertiger Infrastrukturen für die Grundlagen- und die angewandte Forschung und Hochschulstrukturen, die den Unternehmen, insbesondere den KMU, offen stehen;

Förderung von Investitionen in die Humanressourcen auf Ebene der EU und der Mitgliedstaaten;

Stärkung der industriellen Innovationstätigkeit, der Patentsysteme, der Metrologie und Standardisierung, der Regulierung und des Schutzes von Sicherheit, Gesundheit, Umwelt, außerdem der Verbraucher und der Investoren im Sinne einer verantwortungsvollen Entwicklung;

Festigung eines von Vertrauen und permanentem, offenem Dialog geprägten Verhältnisses zwischen Wissenschaft und Gesellschaft;

Aufrechterhaltung und Intensivierung einer starken und strukturierten internationalen Zusammenarbeit, die über Nomenklaturen, akzeptierte Verhaltenskodizes und eine gemeinsame Strategie zur Vermeidung des Ausschlusses von den nanotechnologischen Entwicklungen verfügt;

strategische Koordinierung und integrierte Projekte auf Gemeinschaftsebene, die mit angemessenen finanziellen und humanen Ressourcen ausgestattet sind.

5.   Die wichtigsten Entwicklungen in Amerika, Asien und Ozeanien

5.1

Um die Tätigkeiten der vielzähligen im Bereich Nanotechnologien aktiven amerikanischen Agenturen zu koordinieren, wurde in Amerika 2001 ein Programm zur Grundlagen- und Anwendungsforschung angestoßen. Diese Nationale Nanotechnologie-Initiative (NNI) hat für das Haushaltsjahr 2005 eine Finanzierung von über einer Milliarde US-Dollar erhalten — damit wurde der Anfangshaushalt von 2001 verdoppelt. Diese Finanzmittel wurden im Einzelnen für Folgendes verwandt: Grundlagen- und Anwendungsforschung, für High-Tech-Zentren und Infrastruktur sowie für die Bewertung und Feststellung der Auswirkungen auf die Gesellschaft, insbesondere unter Gesichtspunkten der Ethik, des Rechts, der öffentlichen Sicherheit und des Gesundheitswesens, aber auch der Entwicklung von Humanressourcen.

5.1.1

Die NNI finanziert zehn Bundesagenturen direkt und koordiniert einige andere. Die National Science Foundation (NSF), das Amt für Wissenschaft (Office of Science) des Energieministeriums (DOE — Department of Energy), das Verteidigungsministerium und das Nationale Gesundheitsinstitut (NIH) wurden alle mit stark erhöhten Finanzmitteln explizit für die Nanotechnologie gefördert. Insbesondere das DOE hat gewaltige Summen investiert und konnte fünf große Infrastrukturmaßnahmen umsetzen, nämlich die Forschungszentren für die „Nano“-Ebene, die allen wissenschaftlichen Forschern offen stehen. Das Programm für Nanotechnologie des Verteidigungsministeriums wurde im Laufe der Jahre durch verschiedene Beiträge erheblich aufgestockt, unter anderem auch durch von der US-Armee eingeforderte Dienste.

5.1.2

Derartig große Fortschritte wurden durch die Verabschiedung eines Grundlagengesetzes zur amerikanischen Politik bezüglich der Nanotechnologie im Dezember 2003 ermöglicht: „21st Century Nanotechnology Research and Development Act“. Durch dieses Gesetz wurde unter anderem ein Nationales Amt zur Koordinierung der Nanotechnologie mit folgendem Auftrag geschaffen:

Neubestimmung der Ziele, der Prioritäten und Bewertungsparameter;

Koordination zwischen den Agenturen und den anderen Aktivitäten auf US-Bundesebene;

Investitionen in die FuE-Programme, in die Nanotechnologie und damit verbundene Wissenschaften;

Einrichtung von interdisziplinären Zentren zur nanotechnologischen Forschung auf der Grundlage des Wettbewerbs an verschiedenen geografischen Orten und ggf. mit Beteiligung des Staates oder des industriellen Sektors;

Beschleunigung der Entwicklung von Anwendungen im privaten Sektor, insbesondere bei Unternehmensgründungen;

Ausbildung und berufliche Qualifikation sicherstellen, um eine technologische und technische Kultur der Nanowissenschaften hervorzubringen und dann zu festigen;

Beachtung der ethischen, rechtlichen und ökologischen Aspekte bei der Entwicklung der Nanotechnologien und Veranstaltung von „Konsenskonferenzen“ und Debatten mit den Bürgern und der Zivilgesellschaft darüber;

Förderung des Informationsaustauschs zwischen Wissenschaft und Industrie, dem Staat, der Zentralregierung und den Regierungen der Regionen;

Einrichtung eines Plans zur Benutzung der föderalen Programme entwickeln, wie z.B. das „Small Business Innovation Research Program“ und das „Small Business Technology Transfer Research Program“, um ein engmaschiges Netz nanotechnologischer Entwicklungen im gesamten — auch kleineren — unternehmerischen Umfeld zu schaffen.

5.1.3

Zur Unterstützung des genannten Gesetzes hat das Nationale Institut für Standardisierung und Technologie (NIST) ein Programm speziell für die Entwicklung der Produktion im Nanotechnologiebereich aufgestellt. Dieses konzentriert sich auf: Messtechnik, Zuverlässigkeit und Qualitätsstandards, Kontrolle der Produktionsverfahren und bessere Herstellungspraktiken. Dank „Manufacturing Extension Partnership“ können die Ergebnisse des genannten Programms auch auf die KMU ausgedehnt werden.

5.1.4

Das obengenannte Gesetz sieht auch die Institution einer Informationsstelle vor. Sie hat den Auftrag:

sich um die Vermarktung der Nanotechnologie, den Technologietransfer und die Anwendung der neuen Konzepte in Markt- und Militärprodukten zu kümmern,

die bewährtesten vermarktbaren Praktiken staatlicher und privater Universitäten und Laboratorien, aufzuzeigen.

5.1.5

Geplant ist auch ein amerikanisches Zentrum für die Vorbereitung auf die Nanotechnologie. Es soll die Aufgabe haben, Studien zu den ethischen, rechtlichen, schulischen, ökologischen und beschäftigungspolitischen Auswirkungen der Nanotechnologie zu erstellen, zu koordinieren, zu sammeln und zu verbreiten. Darüber hinaus soll es die Problematiken, die eventuell negative Auswirkungen haben könnten, prognostizieren.

5.1.6

Schließlich wird der vom Gesetz vorgesehene organisatorische Rahmen durch die Einrichtung eines Zentrums für Hersteller von Nanowerkstoffen abgerundet. Dieses ist verantwortlich für die Unterstützung, Erstellung, Koordination und Erforschung der neuen Verarbeitungstechnologien sowie das Sammeln und die Verbreitung von Ergebnissen mit dem Ziel, diese leichter an die amerikanische Industrie zu übermitteln.

5.1.7

Das Gesetz legt sich außerdem die jeweilige Finanzausstattung der wichtigsten US-Bundesagenturen und Ministerien, wie NSF, DOE, NASA und NIST, im Zeitraum 2005-2008 fest. (24)

5.2

Nach der Ankündigung der amerikanischen Initiative NNI gab es im asiatischen und pazifischen Raum in der Wissenschaftspolitik zur technologischen Forschung und Entwicklung grundlegende Änderungen. Es wurden Entschlüsse mit dem Ziel gefasst, der Region eine Spitzenposition bei der Nanotechnologieentwicklung zu verschaffen. Letztere sind in vielen Ländern Asiens und des Pazifiks zur „Priorität der Prioritäten“ geworden und dies mit einem Gesamtfinanzvolumen 2003 von über 1,4 Mrd. USD: von dieser Summe entfallen 70 % auf Japan. Aber es werden auch bedeutende Investitionen in China, Südkorea, Taiwan, Hongkong, Indien, Malaysia, Thailand, Singapur und nicht zu vergessen Australien und Neuseeland gemeldet.

5.3

Seit Mitte der achtziger Jahre hat Japan verschiedene mehrjährige Programme (über 5-10 Jahre) im Bereich der Nanowissenschaft und der Nanotechnologie verabschiedet. Im Jahr 2003 hat das FuE-Programm über Nanotechnologie und Nanowerkstoffe 900 Mio. USD erreicht, verschiedene die Nanotechnologie berührende Themen sind allerdings auch in anderen Programmen der Biowissenschaft, Umwelt und Informationsgesellschaft vorhanden: dadurch beliefen sich 2003 die Fonds, die für den Bereich zur Verfügung stehen, auf fast 1,5 Milliarden USD mit einem Zuwachs von etwa 20 % im Jahr 2004. Auch der private Sektor Japans ist mit den zwei großen Handelsunternehmen Mitsui & Co und der Mitsubishi Corporation sehr präsent. Starke Investitionen in die Nanotechnologie werden von den großen japanischen Unternehmen getätigt: NEC, Hitachi, Fujitsu, NTT, Toshiba, Sony, Sumitono Electric, Fuji Xerox und anderen.

5.3.1

China hat für die Nanotechnologie im aktuellen Fünfjahresplan für 2001-2005 Ausgaben von etwa 300 Millionen USD vorgesehen. Nach dem chinesischen Minister für Wissenschaft und Technologie sind etwa 50 Universitäten, 20 Institute und über 100 Unternehmen in dem Bereich tätig. Um eine angemessene Plattform für die Kommerzialisierung der Nanotechnologie zu gewährleisten, wurden zwischen Peking und Schanghai ein Ingenieurszentrum und ein Industriepark für Nanotechnik errichtet. Außerdem hat die chinesische Regierung 33 Millionen USD für die Einrichtung des nationalen Forschungszentrums für Nanowissenschaft und –technologien bereitgestellt mit dem Ziel, die wissenschaftliche Forschung in diesem Bereich besser bündeln zu können.

5.3.2

Die Chinesische Akademie der Wissenschaften (CAS) hat 2002 das Casnec (Zentrum für nanotechnologisches Ingenieurwesen der CAS mit einem Gesamtfinanzvolumen von 6 Mio. USD) als Plattform zur Beschleunigung der Vermarktung von Nanowissenschaften und Nanotechnologien gegründet. In Hongkong sind die beiden Hauptfinanzierungsquellen der Nanotechnik der Grant Research Council und der Innovation and Technology Fund mit einem im Zeitraum 1998-2002 genutzten Gesamtfinanzvolumen von 20,6 Mio. USD. Die Hong Kong University of Science and Technology (HKUST) und das Polytechnikum haben 2003-2004 ihre eigenen Nanotechnikzentren mit fast 9 Mio. USD unterstützt.

5.3.3

In Australien und Neuseeland hat der Australia Research Council (ARC) seine Finanzquellen für wettbewerbsfähige Projekte in fünf Jahren verdoppelt. Dabei hat er in unterschiedlichen Regionen die Errichtung von acht Elitezentren im Programm, um Themengebiete wie Quantencomputertechnologie, Quantenatomoptik, Photovoltaik, fortgeschrittene Photonik und fortgeschrittene optische Systeme zu vertiefen.

5.3.4

Das neuseeländische MacDiarmid Institute for Advanced Materials and Nanotechnology seinerseits koordiniert die Forschung und die berufliche Fortbildung in der Materialwissenschaft und der Nanotechnologie von Neuseeland. Dies auf der Grundlage einer starken Zusammenarbeit zwischen den Universitäten und verschiedenen Partnern — unter anderem der Industry Research Ltd. (IRL) und dem Institute of Geological and Nuclear Sciences (IGNS).

5.3.5

Das MacDiarmid Institute konzentriert seine Aktivitäten auf folgende Bereiche: Nanoingenieurstechnik für Werkstoffe, Optoelektronik (25), Superleiter, Kohlenstoff-Nanoröhren, komplexe Leicht- und Flüssigmaterialien, Tast- und Bildsysteme und schließlich neue Materialien zum Speichern von Energie.

6.   Allgemeine Bemerkungen

6.1

Die starke weltweite Expansion der Nanotechnologie sowohl in Amerika als auch in Asien und Ozeanien zeigt, dass die Zeit für eine systematische und koordinierte europäische Aktion mehr als reif ist. Diese Aktion muss die gemeinschaftliche und nationale Finanzierung der Grundlagen- und Anwendungsforschung gewährleisten und außerdem für eine schnelle Übertragung auf neue Produkte, Prozesse und Dienstleistungen sorgen.

6.2

Eine gemeinsame europäische Strategie sollte folgende Elemente umfassen:

Steigerung der gemeinsamen Anstrengungen auf dem Gebiet der Forschung und technologischen Entwicklung (FuE) im Bereich des Aufbaus des europäischen Innovations- und Forschungsraums;

Intensivierung der Interaktionen zwischen der Industrie und der Welt der Wissenschaft (der Forschung, der Ausbildung sowie der weiterführenden Bildung);

beschleunigte Entwicklung industrieller und multisektoraler Anwendungen und des sozioökonomischen, rechtlich-normativen sowie fiskal- und finanzpolitischen Umfeldes, in das sich Unternehmensgründungen und innovative Berufsbilder einfügen müssen;

Einhaltung ethischer Grundsätze, Gewährleistung von Umweltschutz sowie Sicherheit und Gesundheit während des gesamten Lebenszyklus der wissenschaftlichen Anwendungen; Berücksichtigung der Beziehungen zur Zivilgesellschaft; Beachtung der Bestimmungen in puncto Messtechnik und technische Normierung;

verstärkte gemeinschaftliche Koordinierung der Maßnahmen und Initiativen, der Strukturen und der Netzwerke der Akteure, damit diese die gegenwärtige Stellung im Wettbewerb in Bezug auf die wissenschaftliche, technologische und anwendungsorientierte Entwicklung halten und ausbauen können;

sofortige Einbeziehung der neu beigetretenen Staaten in den Studien- und Anwendungsprozess der Nanotechnologie durch gezielte Maßnahmen und Ausschöpfung der im EFRF und im ESF (26) vorgesehenen finanziellen Mittel. (27)

6.3

Die Schaffung einer erheblichen kritischen Masse von hohem Mehrwert muss zur Entstehung und Weiterentwicklung einer gemeinsamen Strategie führen. Die Fertigungsindustrien und die Dienste, insbesondere kleinerer Betriebsgrößen, sollten einerseits bei der Entwicklung ihrer Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit auf die Ergebnisse einer solchen Strategie zurückgreifen und andererseits ihre eigenen Beiträge einbringen können, indem sie transeuropäische Exzellenznetze unter Einbeziehung von Universitäten, öffentlichen und privaten Forschungszentren sowie Finanzinstituten einsetzen.

6.4

Die Entwicklung dieser Strategie muss eng mit der gesellschaftlichen Entwicklung verbunden sein. Das bedeutet, dass der wichtige Beitrag dieser Strategie, den sie nicht nur im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit einer wissensbasierten europäischen Wirtschaft, sondern insbesondere auch in puncto Gesundheit, Umwelt und Sicherheit sowie Lebensqualität der Unionsbürger zu leisten hat, auf stichhaltigen Begründungen beruhen muss. Das heißt, dass man sich auch um die Nachfrage der Bürger, der Unternehmen und der Organisationen nach Nanotechnologien kümmern muss, weil es vor allem darauf ankommt, auf solche Nachfragen konkrete Antworten zu geben.

6.5

Die Mobilisierung der gesamten Gesellschaft für die Einführung der Nanotechnologien muss mittels eines transparenten und sicheren Entwicklungsprozesses der Nanotechnologien gewährleistet werden. Dieser umfasst den ganzen Verlauf der Grundlagenforschung bis zur Anwendung der Ergebnisse, ihrer Demonstration und der Entwicklung marktfähiger innovativer Produkte und Dienste. Hierfür sind eindeutige und für alle Bürger verständliche Vereinbarungen erforderlich, durch die bewiesen wird, dass Überwachung und laufende Risikobewertung während des gesamten Nutzungs- und Entsorgungszyklus dieser aus der neuen Technologie entwickelten Produkte gewährleistet sind.

6.6

Im Unterschied zum Ausbreitungsverlauf anderer neuer Technologien soll durch die Schaffung eines guten Klimas zwischen Wissenschaft und Gesellschaft die Entstehung von Schranken oder Entwicklungshemmnissen für die Nanotechnologien verhindert werden.

6.7

Sowohl der Aufbau europäischer Strukturen als auch die Entwicklung neuer interdisziplinärer wissenschaftlicher und universitärer Profile sind von ebenso großer Bedeutung. Auch aus diesen Gründen muss das volle Vertrauen der Steuerzahler und der politischen Entscheidungsträger gewonnen werden, sie müssen die großen Möglichkeiten der nanotechnologischen Revolution erkennen.

6.8

Die Entwicklung der Nanotechnologien ist deshalb nicht nur für intellektuelle und wissenschaftliche Kreise, sondern auch und vor allem für die Gesellschaft insgesamt eine große Herausforderung, da Phänomene, deren naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten auf Makro-Ebene bekannt sind, auf Nano-Ebene verändert, vergrößert, verringert oder beseitigt werden. Dies kann — mitunter dramatische — Auswirkungen auf den Anwendungsbereich haben und zur Entwicklung neuer Herstellungstechniken, neuer Ansätze, unterschiedlicher Arten der Dienstleistungserbringung und neuer Berufsbilder in der Betriebsführung führen.

6.8.1

Dieser rasche Wandel setzt eine Strategie für die Schaffung und/oder die Umschulung von Führungskräften voraus, die in der Lage sind, diesen Wandel zu gestalten, eine neue Handhabung dieses Prozesses zu verwirklichen, die Entstehung neuer Berufsbilder zu fördern und die weltweit „hellsten Köpfe“ anzulocken.

6.9

Die unlängst von der Kommission vorgelegte finanzielle Vorausschau für die Jahre 2007-2013 muss überprüft und im Bereich der Mittelzuweisung verändert werden, um den Herausforderungen dieser neuen technologischen Revolution gerecht zu werden. So hat der Kongress der Vereinigten Staaten allein für das Haushaltsjahr 2004 über 700 Mio. Euro für diesen Bereich bewilligt. Den Schätzungen der US-Bundesbehörde zur Förderung der Grundlagenforschung (National Science Foundation — NSF) zufolge betrugen die zivilen Investitionen im Bereich der verschiedenen staatlichen Einrichtungen im Jahr 2003 weltweit über 2,7 Mrd. Euro. Sie teilen sich folgendermaßen auf:

ca. 700 Mio. Euro auf die USA (dazu kommen noch weitere 250 Mio. Euro, die vom US-Verteidigungsministerium verwaltet werden);

720 Mio. Euro auf Japan;

weniger als 600 Mio. Euro auf Europa (inklusive Schweiz);

ca. 720 Mio. Euro auf die übrigen Länder der Welt.

6.10

Das weltweite Wachstum der Industrieproduktion im Bereich der Nanotechnologien wird auf etwa 1 000 Mrd. Euro für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre veranschlagt, was einen Bedarf an neuen, für diesen Sektor qualifizierten Humanressourcen von über zwei Millionen Arbeitskräften nach sich zieht.

6.10.1

Auch unter dieser Prämisse wird die Gültigkeit des Grundsatzes bestätigt, „die Nanotechnologien sind ein Fortschritt für die Beschäftigungsstrategie (28)“: die Entwicklung einer Wissensgesellschaft lässt sich tatsächlich vor allem durch die Fähigkeit einschätzen, wie sie sich in den neuen Bereichen der Schaffung von Arbeitsplätzen und des Fortschritts mit Einfühlungsvermögen und Bewusstsein einfügt.

6.11

Die Aufstockung der finanziellen und humanen Ressourcen in der EU und ihre gemeinschaftliche Koordinierung sind folglich von grundlegender Bedeutung für eine erfolgreiche Gemeinschaftsstrategie in diesem Sektor.

6.12

Die Erfahrung in Asien und Amerika hat gezeigt, dass ein integrierter Ansatz bei den verschiedenen, die Entwicklung dieses Sektors direkt oder indirekt betreffenden Maßnahmen unerlässlich ist, um den Bedarf an Unternehmensgründungen, neuer Ausbildungsgänge und eines neuen Rahmens für Recht, Regelungen und technische Normierung proaktiv angehen zu können.

6.13

Wie in den vielen bis jetzt durchgeführten Studien (29) hervorgehoben wurde, erlauben die Nanotechnologien die Herstellung, Behandlung und Positionierung von Partikeln, wobei gleichzeitig ein umfassender proaktiver technologischer Ansatz und wettbewerbsfähige Verarbeitungs- und Produktionskosten gewährleistet werden.

6.14

Langfristig wird die Wissenschaft Instrumente zur Montage von Nano-Objekten liefern können, die komplexe Systeme bilden und Funktionen ausführen, welche die einzelnen Komponenten nicht durchführen können. Dies ist jedoch das Fernziel, dessen Marktreife noch nicht abgeschätzt werden kann, das indes unbedingt mit entsprechenden Fördermaßnahmen angestrebt werden muss.

6.15

Einige „intelligente“ Materialien (30) sind bereits verwirklicht worden und stehen den Verbrauchern zur Verfügung:

Langlebige Materialien für die Autoindustrie, Luft- und Raumfahrt,

Schmiermittel mit hohem Wirkungsgrad,

Nanopartikel zur Verminderung von Reibung,

Oberflächenbehandlung für mechanische Teile,

Extrem kleine Intelligent Sticks mit einer Speicherkapazität von bis zu 1 000MB, (31)

Flexible CDs, die mehr als zwanzig Stunden Musik enthalten können,

Selbstreinigende Oberflächen von Geweben, Keramik oder Glas, (32)

Scheiben mit elektrisch einstellbarer Transparenz,

Hitzebeständige Scheiben, sogar für sehr hohe Temperaturen,

Nanostrukturierte Bleche, die kratzfest und korrosionsbeständig sind,

Diagnosesysteme,

Besondere Schutzlacke, die für den Gebrauch an Mauern und Gebäuden geeignet sind,

Schutzlacke für Mauern, Eisenbahnwagons und andere Objekte gegen das Beschmutzen durch Graffiti.

6.15.1

Neben den oben beschriebenen sind bereits viele neue Anwendungen nutzbar oder kurz vor der Fertigstellung und werden dann sehr bald Teil des täglichen Lebens. Sie bezeichnen somit eine Evolution und/oder Revolution in der „Domotik“ (33) und tragen auf diese Weise zur Verbesserung der Lebensqualität der Bürger bei.

6.16

Durch die Biomimetik, die die Möglichkeiten untersucht, elektronische Kreisläufe an biologisches Gewebe anzuschließen, wird es in naher Zukunft möglich sein, das Gehör in hörgeschädigten Organismen neu zu stimulieren oder sehgeschädigten Organismen das Augenlicht wieder zu schenken.

6.16.1

Im Labor wurden bereits verschiedene Arten Mikromotoren (34) verwirklicht, die im Stande sind, ein vorgegebenes Ziel zu erreichen, wie z.B. eine infizierte Zelle zu eliminieren, damit sie keine anderen Zellen anstecken kann. Heutzutage werden bei Eingriffen gegen kranke auch gesunde Zellen getroffen und verursachen so häufig großen Schaden an den Organen.

6.16.2

Die durch die Wissenschaft angewandte Technik ist schon heute in der Lage, zahlreiche konkrete Ergebnisse hervorzubringen, die direkt im täglichen Leben nutzbar seien könnten, auch wenn die Kosten im Moment noch hoch sind. Damit die Kosten tragbar werden, ist es notwendig, dass das Wissen um die neuen Möglichkeiten zum kulturellen Allgemeingut von Allen wird, und dadurch eingefahrene Abläufe und Gewohnheiten geändert werden können, da diese in den meisten Fällen Veränderungen behindern und verzögern.

6.17

Die Textil-, Bekleidungs- und Schuhbranche ist in ihrer traditionellen Produktionsform in der gesamten Europäischen Union auch deshalb in der Krise, weil sie durch die Konkurrenz aus Ländern in die Krise gedrängt wurde, in denen auf fundamentale Arbeitsrechte keine Rücksicht genommen wird und weder die Kosten für Umweltzerstörung noch jene für die Hygiene und Sicherheit am Arbeitsplatz eingerechnet werden.

6.17.1

Intelligente und/oder technische Gewebe, die mit Hilfe von nanotechnologischen Pulvern erzeugt wurden, finden in vielen europäischen Ländern Verbreitung und verzeichnen einen Zuwachs von etwa 30 % pro Jahr. Unter diesen kommt den entwickelten Geweben eine besondere Rolle bei der Sicherheit in allen ihren Aspekten zu: von der Straßenverkehrssicherheit bis zur Umweltverschmutzung, bei Chemikalien, bei allergenen Produkten, bei Witterungseinflüssen usw. (35)

6.18

Aufgrund der Nanotechnologien kommt es derzeit auch in der Medizin zu grundlegenden Veränderungen, insbesondere im Bereich der Diagnose und Frühbehandlung schwerer Tumorerkrankungen und altersbedingter neuro-degenerativer Krankheiten. Zweckdienlich eingesetzte Nanopartikel können als Indikatoren für eine hocheffiziente Ermittlung von Infektionsträgern oder besonderen Stoffwechselprodukten dienen bzw. als Arzneiträger genutzt werden, die in besonderen Zonen oder von lokal sehr begrenzten Krankheiten befallenen Organen eingesetzt werden. Derartige Systeme kommen bereits in verschiedenen Versuchen zum Einsatz.

7.   Besondere Bemerkungen

7.1

Die nanotechnologische Herangehensweise an neue Materialien besteht darin, neue Funktionen durch den Gebrauch von Bauteilen aus dem nanometrischen Bereich zu erschaffen. Ein eindrucksvolles Beispiel stammt aus der Produktions- und Transformationstechnik von langlebigen und leistungsfähigen Materialien in den Sektoren der Automobilindustrie und der Luftfahrt — also in Sektoren, in denen sich Europa in einer besseren Position als seine Hauptkonkurrenten befindet. Es wurde ausführlich gezeigt, dass die nanostrukturierten Systeme die Reibung zwischen zwei in Kontakt befindlichen Oberflächen signifikant mindern können und somit also auch ihre Abnutzung verringern.

7.1.1

Als Beispiel — das die verschiedenen Bereiche der Anwendung von Nanotechnologien in Produkten sicherlich nicht erschöpfend abdeckt — kann die Entwicklung von aus Nanopartikeln bestehenden Oberflächen und Materialien zur Verringerung der Reibung und der Abnutzung genannt werden. Diese Systeme nehmen bei der Entwicklung von neuen Industrieprozessen mit hoher Effizienz und geringer Beeinträchtigung der Umwelt eine grundlegende Rolle ein. Etwa 25 % der weltweit verbrauchten Energie geht durch Reibungsverluste verloren. (36) Die auf die Abnutzung von mechanischen Teilen zurückführbaren Verluste liegen bei 1,3 bis 1,6 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) eines industrialisierten Landes. Die Kosten, die durch Reibung, Abnutzung und Schmierung entstehen, werden auf um die 350 Mrd. € pro Jahr geschätzt. Sie verteilen sich auf die folgenden Sektoren: Landverkehr (46,6 %), Prozesse der industriellen Produktion (33 %), Energieversorgung (6,8 %), Luftfahrt (2,8 %), häuslicher Verbrauch (0,5 %), anderes (10,3 %). (37)

7.1.2

Neue technologische Plattformen müssen also auf der Grundlage von Ansätzen geschaffen werden, die den Besonderheiten der Nanotechnologien Rechnung tragen und besonders der Tatsache, dass die Funktionen und Dimensionen übereinstimmen beziehungsweise die Kontrolle der Dimensionen mit der Kontrolle der Funktionen übereinstimmt. Das Beispiel Schmiermittel ist erhellend: Wenn in eine Oberfläche nanometrische Teilchen von passendem Ausmaß eingefügt werden, braucht man keine Schmiermittel mehr zu benutzen, weil diese Funktion dank der neuen Dimensionen bereits durch die Nanopartikel erfüllt wird.

7.1.3

Die nanostrukturierten, d.h. Teile mit nanometrischen Dimensionen enthaltenden Materialien und Verkleidungen sind im Stande, die oben beschriebenen Prozentsätze bedeutend zu senken. Zum Beispiel kann eine Verminderung des Reibungsfaktors um 20 % im Getriebe eines Pkw den Energieverlust um 0,64 % bis 0,80 % verringern. Dies würde allein im Verkehrssektor zu einer Ersparnis von 26 Mrd. € im Jahr führen.

7.1.4

Die Kontrolle und die ingenieurstechnische Veränderung der Oberflächen stellt eine Schlüsseltechnologie für nachhaltiges Wachstum dar. Ein Bericht des britischen Ministeriums für Handel und Industrie führt den Stand der Industrie bei der Oberflächenveränderung im Zeitraum 1995-2005 und 2010 aus. (38) Aus dem Bericht geht hervor, dass sich der britische Markt für Modifizierungsprozesse an Oberflächen 1995 auf ca. 15 Mrd. € belief und die Produktion von Gütern im Wert von etwa 150 Mrd. € umfasste, hiervon 7 Mrd. verbunden mit der Entwicklung von Technologien für den Schutz von Oberflächen vor Abnutzung. Für diesen Sektor werden für 2005 im Vereinigten Königreich etwa 32 Mrd. € prognostiziert, mit einer Auswirkung auf Industrieprozesse für etwa 215 Mrd. €.

7.1.5

Die Hochrechnung dieser Zahlen auf den europäischen Markt beläuft sich auf 240 Mrd. € für Oberflächenbehandlungen mit einer Auswirkung auf andere Produktionssektoren von etwa 1.600 Mrd. €.

7.2

Der industrielle Fortschritt muss, um von den Nanotechnologien zu profitieren, (39) auf der Fähigkeit begründet sein, dafür zu sorgen, traditionelle Herstellungsverfahren und Technologien (top-down) mit innovativen Verfahren auf bereits existierenden oder noch zu schaffenden Plattformen zusammenzubringen, die die Möglichkeit bieten, neue Teile auf der nanometrischen Ebene zu schaffen, zu verändern und zu integrieren.

7.2.1

Ein auf der Governance beruhender Ansatz ist von grundsätzlicher Bedeutung. Neben allgemeinen, an die Verbraucher gerichteten Initiativen müssten gezielte Initiativen mit Blick auf die Branchenverbände, die lokalen Verwaltungen und den Non-Profit-Sektor entfaltet werden, um wirtschaftliche, politische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Dabei könnten Kompetenzzentren eine wichtige Rolle spielen (40), die Voraussetzungen für eine verbesserte Koordinierung zwischen lokalen und gemeinschaftlichen Initiativen schaffen und ein günstiges Klima für Innovationen im Nanotechnologiebereich erzeugen. In diesem Bereich müssten auch Initiativen zur Abschätzung der Folgen der Nanotechnologie für Gesundheit und Umwelt angesiedelt werden. Ferner wäre eine Verbindung der von der EU geförderten Maßnahmen (top-down) mit Initiativen, die auf der lokalen Ebene entstanden sind und gefördert werden (bottom-up), sinnvoll.

7.3

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss möchte bekräftigen, dass er sich des erheblichen Entwicklungspotenzials der Nanowissenschaften und –technologien im Zusammenhang mit der Lissabon-Strategie bewusst ist. Eine Zusammenfassung der Wissenschaften auf der Grundlage der materiellen Einheit der Natur auf Nanoebene bedeutet, neue Grundlagen für die Integration des Wissens, der Innovation, der Technologie und der Entwicklung zu legen.

7.4

Die Koordinierungsversuche auf europäischer Ebene haben die zersplitterte Lage trotz der mit dem sechsten Forschungsrahmenprogramm unternommen Anstrengungen bei weitem nicht überwinden können. Dabei scheint man sich auf die Rationalisierung des Ressourceneinsatzes zu konzentrieren. Wenngleich die Grundlagenforschung und die Entwicklung neuer industrieller Verfahren stark unterstützt werden, zeigt sich die Förderung und die Unterstützung von Initiativen, die zur Entwicklung massenproduktionsfähiger Technologien führen, unzureichend. In noch geringerem Maße wurde die Entwicklung einer europäischen Governance in diesem Bereich zu Wege gebracht.

7.5

Eine wirksame Koordinierung auf der Ebene der Mitgliedstaaten ist von grundlegender Bedeutung. Diese wurde bislang aber insbesondere in der Umsetzung von Forschungsergebnissen nicht praktiziert. Die Unternehmen — insbesondere KMU — zahlreicher europäischer Länder haben mit folgenden Schwierigkeiten zu kämpfen:

das Fehlen grundlegender Kenntnisse über die Nanowissenschaften und –technologien;

das Fehlen von Berufsbildern, die den Bedürfnissen der Unternehmen entsprechen;

Unfähigkeit, die Auswirkungen der neuen Technologien auf technologische Prozesse und den Markt abschätzen zu können;

Schwierigkeiten bei der Beschaffung und Bewertung von Rohstoffen in Nanostruktur;

Unfähigkeit, die nanotechnologischen Prozesse in herkömmliche Produktionsverfahren einzubauen;

Schwierigkeiten bei der Einschätzung der Marktentwicklung für Nanoprodukte;

unzureichende Verbindungen zu den Universitäten und den Innovationszentren.

7.6

Der EWSA hält es für sehr wichtig, durch die Forschung ein nutzbares System im Bereich der öffentlichen Gesundheit und des täglichen Lebens der Bürger zu schaffen, immer dem Prinzip der „mimesis“ folgend — der Nachahmung der Natur.

7.7

Der EWSA nimmt erfreut die Gründung des thematischen Netzes „Nanoforum“ (41) zur Kenntnis und hofft, dass die vom Netz veröffentlichten Publikationen in alle Sprachen der Mitgliedsländer übersetzt und dort verbreitet werden. Die in den Publikationen verwandte Sprache muss so einfach wie möglich und für ein breites Publikum zugänglich gestaltet werden. Die Universitäten und Forschungszentren müssen in Stande gesetzt werden, die Ergebnisse des thematischen Netzes nutzen zu können.

7.7.1

Darüber hinaus ist der EWSA überzeugt, dass die von der Hochrangigen Gruppe initiierte Plattform Nanoelektronik für die europäische Technologie (42) um so mehr Erfolg haben wird, je eher sie in ständigem Austausch mit der Kommission dafür Sorge tragen kann, dass es keine unnützen und kostspieligen Dopplungen in der Forschung gibt.

7.8

Auch ist es die Meinung des EWSA, dass in der EU die Investitionen in diesen Sektoren von den drei Milliarden € heute auf acht Milliarden bis 2008 ansteigen müssen. Dies unter regelmäßiger Kontrolle durch die Kommission unter den folgenden Aspekten:

Zunahme der Marktanteile,

öffentliche und private Investitionen in die Forschung,

Zunahme der Anzahl von Studenten, die Nanotechnologiestudien betreiben.

8.   Schlussfolgerungen

8.1

Der Ausschuss stimmt mit den Schlussfolgerungen des Rates (Wettbewerb) vom 24. September 2004 in Bezug auf die bedeutende Rolle und das Potenzial der Nanowissenschaften und -technologien vollkommen überein. Aus den bisher erzielten Ergebnissen ist zu folgern, dass es wichtig ist, das Wissen zu vertiefen und Instrumente zu bauen, die es erlauben, Eingriffe an Atomen vorzunehmen, um neue Strukturen zu erzeugen und die Charakteristik der existierenden zu verändern.

8.2

In diesem Zusammenhang empfiehlt der Ausschuss die sofortige Umsetzung einer gemeinsamen, integrierten und verantwortungsvollen Strategie auf europäischer Ebene, insbesondere für: die Entwicklung von gemeinsamen Anstrengungen auf dem Gebiet der FTE, der wissenschaftlichen und technologischen Demonstration und Ausbildung; die Wechselwirkungen zwischen der Industrie und der Wissenschaft; eine beschleunigte Entwicklung industrieller und multisektoraler Anwendungen und eine verstärkte gemeinschaftliche „offene Koordinierung“ der Politiken, Maßnahmen, Strukturen und Netzwerke der Akteure. Im Rahmen dieser Strategie muss von Anfang an und während des gesamten Lebenszyklus auch auf internationaler Ebene die Einhaltung ethischer Grundsätze, die Gewährleistung von Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit der wissenschaftlichen Anwendungen sowie eine angemessene technische Normung sichergestellt werden.

8.3

Der Ausschuss betont mit Nachdruck, dass eine solche Strategie eng mit der gesellschaftlichen Entwicklung verbunden sein muss. Dabei muss sie nicht nur im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft, sondern insbesondere auch in puncto Gesundheit, Umwelt und Sicherheit sowie Lebensqualität der Unionsbürger positive Beiträge leisten.

8.3.1

Der Ausschuss hebt in diesem Zusammenhang hervor, dass es wichtig ist, von Anfang an eine verantwortungsvolle und nachhaltige Entwicklung der Nanotechnologien zu gewährleisten, um den gerechtfertigten Erwartungen der Zivilgesellschaft in den Bereichen Umweltschutz, Gesundheit, Ethik, Industrie und Wirtschaft entsprechen zu können.

8.3.2

Der Ausschuss spricht sich für eine beträchtliche Erhöhung der Mittel für die Grundlagenforschung aus, denn Spitzenleistungen in Technologie und Industrie beruhen stets auf jenen in der Wissenschaft.

8.3.3

Das in Barcelona festgelegte Ziel von 3 %  (43) sollte verwirklicht werden, wobei ein angemessener Teil dieser Mittel für den Bereich der Nanowissenschaften, der Entwicklung ihrer Anwendungen und der Konvergenz der Nano-, Bio-, Informations- und Wissenstechnologien verwendet werden sollte.

8.3.4

Die von der Kommission unlängst vorgelegte finanzielle Vorausschau für die Jahre 2007-2013 muss überprüft und im Bereich der Mittelzuweisung verändert werden, um den Herausforderungen dieser neuen, nanotechnologischen Revolution gerecht zu werden.

8.3.5

Die erstrebenswerte Mittelerhöhung muss in der Zuweisung einer angemessenen Finanzausstattung im kommenden siebten Rahmenprogramm ihren Ausdruck finden. Die Höhe des Betrags sollte sich auf jeden Fall an anderen Ländern ausrichten, beispielsweise den USA.

8.4

Der Ausschuss ist der Auffassung, dass Europa einen ehrgeizigen Aktionsplan annehmen sollte, dem ein konkreter Fahr- und Zeitplan beiliegt und der auf einem integrierten Ansatz beruht. Dadurch sollte die notwendige Zustimmung aller gesellschaftlichen Akteure zu einer gemeinsamen Vision gewonnen werden. Diese sollte über eindeutige und transparente Ziele verfügen und Antworten auf die Notwendigkeiten des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritts, der Verbesserung der Lebensqualität sowie der Sicherheit und Gesundheit aller geben.

8.5

Nach Auffassung des Ausschusses müssen technologische Plattformen mit erheblicher kritischer Masse und von hohem europäischem Mehrwert errichtet werden, die die öffentlichen und privaten (Wissenschaft, Industrie, Finanzen, Verwaltung) Akteure vereinen, die in den verschiedenen spezifischen Anwendungsbereichen tätig sind.

8.6

Der Ausschuss bekräftigt die Dringlichkeit der Errichtung europäischer Infrastrukturen auf hoher Ebene und des Ausbaus der Kompetenzzentren. Die Ansiedlung und Spezialisierung solcher Zentren sollte in enger Zusammenarbeit zwischen den europäischen Institutionen und lokalen Akteuren erfolgen. Dadurch können einheitliche Industrieregionen für eine bestimmte gebietsbezogene Warenausrichtung ausgemacht werden, die eventuell schon über konsolidierte FuE-Einrichtungen mit einer gewissen kritischen Masse verfügen.

8.6.1

Die Kompetenzzentren sollten die Kapazitäten zur Durchführung und Umsetzung qualitativ hochwertiger, anwendungs- und innovationsorientierter Forschungsarbeit garantieren, und zwar unter Einsatz von Nanotechnologien, insbesondere in den Bereichen Nanoelektronik, Nanobiotechnologie und Nanomedizin.

8.7

In so einem heiklen Bereich ist es vor allem notwendig, den Forschern Sicherheiten und Urheberrechte zu bieten. Es ist die Überzeugung des EWSA, dass es gelingen muss, das Problem der Patente in einer klaren und befriedigenden Weise zu lösen, um den Erfolg bei der angewandten Nanotechnologieforschung zu garantieren. Es ist jedoch erforderlich, unverzüglich für die Schaffung eines „Nano-IPR-Helpdesks“ auf europäischer Ebene zu sorgen, um den Bedürfnissen der Wissenschaftler, Unternehmen und Forschungszentren zu entsprechen.

8.8

Die Kommission muss im Einverständnis mit den Mitgliedstaaten die Anstrengungen intensivieren und eingehende Studien von Universitäten und Forschungszentren fördern, damit in einem so innovativen Feld mit einfachen Verfahren und geringen Kosten der Weg zum Patent erreichbar scheint.

8.8.1

In Bezug auf die internationale Zusammenarbeit müsste die Arbeit an der Sicherheit und Standardisierung von Maßnahmen und Verfahren zusammen mit Drittländern vorangetrieben werden. Besondere Aufmerksamkeit sollte China geschenkt werden, da dort im Bereich der Nanotechnologien beträchtliche Investitionen getätigt werden. Im Übrigen betreiben auch die USA und Japan in diesem Bereich eine sehr aggressive Politik (so sei an die zwischen China und Kalifornien getroffene Vereinbarung zur Entwicklung von High-Tech-Zentren für Nanotechnologie im biomedizinischen Bereich erinnert).

8.8.2

Der EWSA meint, dass außerdem Anstrengungen unternommen werden müssen (beispielsweise mit Hilfe der im Dezember 2003 eingeleiteten Wachstumsinitiative), um die Anzahl der Nanotechunternehmen in der Union zu erhöhen. Zu diesem Zweck muss der Austausch zwischen den Universitäten, den nanotechnologischen Innovationszentren und den Unternehmen beständig gefördert und verbessert werden.

8.8.3

Es sind Aktionen erforderlich, die darauf abzielen, auf den Nanotechnologien basierende Industrieprozesse (von der Nanotechnologie bis zur Nanofertigung) zu entwickeln — sowohl für Groß- als auch für Kleinunternehmen. Dem Beispiel der USA (Einrichtung eines Plans zur Nutzung der Bundesprogramme wie z.B. des „Small Business Innovation Research Program“ und des „Small Business Technology Transfer Research Program“) sollte auf europäischer Ebene gefolgt werden, um ein engmaschiges Netz nanotechnologischer Entwicklungen im gesamten — auch kleineren — unternehmerischen Umfeld zu schaffen.

8.8.4

Eine wichtige Rolle kann von den Berufsverbänden auf nationaler und lokaler Ebene gespielt werden. Einige Aktionen zur „intensiven“ Sensibilisierung könnten in Zusammenarbeit mit der GD Forschung und der GD Unternehmen gefördert werden — unter Einbeziehung aller wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Akteure nach dem in Triest entstandenen Modell der bewährten Praktiken. (44)

8.8.5

Ein wichtiges Instrument auf europäischer Ebene könnte nach Auffassung des Ausschusses die Errichtung einer europäischen Informationsstelle (45) (Clearing-House) sein, wodurch Folgendes erleichtern würde:

die Vermarktung der Nanotechnologie, der Technologietransfer und die Anwendung der neuen Konzepte in Markt- und Militärprodukten,

die Verbreitung der bewährtesten vermarktbaren Praktiken staatlicher und privater Universitäten und Laboratorien.

8.9

Neben den europäischen Plattformen und in Beziehung zu diesen müssten einige weltumspannende Plattformen gegründet werden. Diese stellten eine Verbindung zu den Ländern der UNO her und wären im Stande, die mit folgenden Themen verbundene Probleme zu meistern:

Patente

Ethische Regeln

Erzielen eines sozialen Konsens

Umweltpolitische Fragen

Nachhaltige Entwicklung

Verbraucherschutz

8.10

Die Europäische Investmentbank (EIB) müsste auch durch konkrete Maßnahmen des Europäischen Investmentfonds (EIF) zinsgünstige Kreditrahmen schaffen, die zusammen mit Kreditinstituten auf Unternehmenskredite spezialisierten regionalen Finanzgesellschaften, Wagniskapitalgesellschaften und „Bürgschaftsgenossenschaften“ verwaltet würden, um die Gründung sowie die Entwicklung von Unternehmen, die ihre Produktion auf Nanotechprodukte konzentrieren, zu fördern.

8.10.1

Positive Erfahrungen, die in der Vergangenheit beste Ergebnisse erbracht haben, sollten wie das Programm Wachstum und Umwelt, auch wenn es mehr um den Bereich Umwelt ging, nachgeahmt werden, um das Wachstum der neuen, auf Nanotechnologie beruhenden Produktionen zu fördern. (46)

8.11

Die Forschung und ihre Auswirkung auf Produkte müssen so ausgelegt sein, dass vor allem die Forderungen der Bürger berücksichtigt werden und dabei eine nachhaltige Entwicklung angestrebt wird. In diesem Bereich müssten Initiativen zur Abschätzung der Folgen der Nanotechnologie für Gesundheit und Umwelt angesiedelt werden, wobei eine Verbindung der von der EU geförderten Maßnahmen (top-down) mit Initiativen, die auf der lokalen Ebene entstanden sind und gefördert werden (bottom-up), sinnvoll wäre.

8.12

Der Dialog mit der Öffentlichkeit muss wissenschaftlich begründet und konstant geführt werden. Die neuen Technologien, die aus dem Gebrauch von Atomen entstehen, müssen transparent dargestellt werden und dem Bürger die Sicherheit geben keine Gefahrenpotenziale für die Gesundheit oder die Umwelt zu enthalten. Die Geschichte lehrt, dass die Ängste und Befürchtungen gegenüber neuen Produkten meist aus Unkenntnis entstanden und nicht der Realität entsprachen.

8.12.1

Auch aus diesem Grund wünscht der EWSA ein anhaltendes und direktes Verhältnis zwischen den Forschungsergebnissen und den allgemein anerkannten ethischen Prinzipien, für die ein Dialog auf internationaler Ebene notwendig ist.

8.13

Vor allem in der Phase des Aufbaus und der Entwicklung von Technologieplattformen (47) muss den neuen Ländern der Europäischen Union besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, damit ihnen sowohl eine massive Präsenz als auch eine direkte Anbindung an die europäischen Exzellenzzentren garantiert wird.

8.14

Der EWSA meint, dass die Koordinierung der Forschung im weiten Feld der Nanowissenschaft — wobei die Grundlagenforschung allerdings in den Händen des dafür zu schaffenden unabhängigen European Research Council ESR liegen soll — weiterhin in Händen der Kommission bleiben muss, damit diese gemeinsam mit dem Parlament und dem Rat den europäischen Bürgern einen bestmöglichen Mehrwert einschließlich einer stärker verbreiteten, engmaschigeren und objektiveren Nutzung der Forschungsergebnisse garantieren kann.

8.15

Der Ausschuss ersucht die Kommission, ihm alle zwei Jahre einen Bericht über die Fortschritte im Bereich der Nanotechnologien vorzulegen, damit er die Fortschritte des angenommenen Aktionsplans bewerten und gegebenenfalls Änderung- und Aktualisierungsvorschläge unterbreiten kann.

Brüssel, den 15. Dezember 2004

Die Präsidentin

des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses

Anne-Marie SIGMUND


(1)  Interview mit dem Kommissionsmitglied BUSQUIN (Zusammenfassung in IP/04/820 vom 29. Juni 2004).

(2)  Ebd.

(3)  Vgl. Punkt 6.15 der Schlussfolgerungen.

(4)  Vgl. Fußnote 1.

(5)  Zentrum für Mikro- und Nanoelektronik am Polytechnikum in Mailand, Prof. Alessandro Spinelli.

(6)  Ebd.

(7)  Die Investitionen in die Nanoelektronik belaufen sich heute auf 6 Mrd. €, die sich wie folgt verteilen: ? für Nano und Mikro, ? für die Diagnostik, ? für die Materialien (Quelle: Europäische Kommission, GD Forschung).

(8)  Quelle: Europäische Kommission, GD Forschung, 2003.

(9)  Vgl. Punkt 3.3.1.

(10)  Tullio REGGE: „Il vuoto dei fisici (Die Leere der Physiker)“, L'astronomia (die Astronomie), Nr. 18, September-Oktober 1982.

(11)  Quelle: Europäische Kommission, GD Forschung 2003.

(12)  Einige Experimente sind schon fortgeschrittenen. Es ist bereits gelungen, einen „Informationsaustausch“ an der Schnittstelle zwischen dem Neuron einer Schnecke und einem elektronischen Chip herzustellen.

(13)  Von Griechisch mimesis – das Nachahmen der Natur.

(14)  Z.B. die selbständige Fortbewegung der Spermatozoen.

(15)  Es handelt sich um eine quantitative, nicht qualitative Angabe; eine genauere Untersuchung, wie die von der britischen Royal Society angegebene, wäre zweckmäßig.

(16)  Quelle: Europäische Kommission, GD Forschung.

(17)  Quelle: Universität von Mailand, Fakultät für Physik. Interdisziplinäres Zentrum für nanostrukturierte Materialien und Schnittstellen.

(18)  Vgl. „Technology Roadmap for Nanoelectronics“, IST-Programm „Neue und zukünftige Technologien“ der Europäischen Kommission, 2. Ausgabe 2000.

(19)  Nanostrukturierte Zusätze in Polymeren, Lacken, Schmierstoffen.

(20)  Nanostrukturierte Träger von Wirkstoffen, Diagnosesysteme.

(21)  Oberflächenbehandlungen von mechanischen Teilen, um die Dauerhaftigkeit und die Leistung zu erhöhen.

(22)  Bereifung, Gestellmaterialien, Kontroll- und Überwachungssysteme.

(23)  Technische und intelligente Stoffe.

(24)  Die finanziellen Mittel in der mehrjährigen Vorausschau des Gesetzes vom 3.12.2003 teilen sich wie folgt:

(a)

National Science Foundation

(1)

USD 385 000 000 in 2005;

(2)

USD 424 000 000 in 2006;

(3)

USD 449 000 000 in 2007;

(4)

USD 476 000 000 in 2008.

(b)

Department of Energy

(1)

USD 317 000 000 im Haushaltsjahr 2005;

(2)

USD 347 000 000 im Haushaltsjahr 2006;

(3)

USD 380 000 000 im Haushaltsjahr 2007;

(4)

USD 415 000 000 im Haushaltsjahr 2008.

(c)

National Aeronautics and Space Administration

(1)

USD 34 100 000 in 2005;

(2)

USD 37 500 000in 2006;

(3)

USD 40 000 000 in 2007;

(4)

USD 42 300 000 in 2008.

(d)

National Institute of Standards and Technology

(1)

USD 68 200 000 in 2005;

(2)

USD 75 000 000 in 2006;

(3)

USD 80 000 000 in 2007;

(4)

USD 84 000 000 in 2008.

(e)

Environmental Protection Agency

(1)

USD 5 500 000 im Haushaltsjahr 2005;

(2)

USD 6 050 000 im Haushaltsjahr 2006;

(3)

USD 6 413 000im Haushaltsjahr 2007;

(4)

USD 6 800 000 im Haushaltsjahr 2008.

(25)  Optoelektronik: technische Anwendung, die die Bereiche Optik und Elektronik kombiniert und sich mit Vorrichtungen zur Umwandlung von elektrischen in optische Signale oder umgekehrt befasst (CD-Spieler, Lasersysteme u.a).

(26)  EFRF (Europäischer Fonds für Regionalentwicklung): einer der Strukturfonds, die im Rahmen der Achse IV (lokale Entwicklungssysteme) zur Finanzierung von Infrastruktur und Geräten für die Forschung genutzt werden können.

ESF (Europäischer Sozialfonds): ein weiterer Strukturfonds, der im Rahmen der Achse III (Humanressourcen) zur Finanzierung der Ausbildung von Forschern und der Weiterbildung von Unternehmern genutzt werden kann.

(27)  Die CD-Roms und die jüngsten Publikationen der GD Forschung zeigen eine Fülle von europäischen Forschungszentren und ihren jeweiligen Spezialisierungen. Für weitere Informationen:

http://cordis.lu/nanotechnology.

(28)  In Bezug auf die Entwicklung als Mittel zur Steigerung und Verbesserung der Beschäftigung vgl. die Prozesse von Luxemburg (1997), Cardiff (1998), Köln (1999) und Lissabon (2000).

(29)  Europäische Kommission, GD Forschung.

(30)  Es handelt sich um nanostrukturierte Oberflächen, die andere Charakteristika aufweisen als die traditionellen.

(31)  Es handelt sich hierbei um ausgesprochen nützliche Instrumente, die in der Lage sind, unzählige Daten, Fotografien und Musik zu speichern.

(32)  Die besondere Strukturierung von mit bestimmten Atomtypen angereicherten Oberflächen hindert Schmutz und Staub in direkten Kontakt mit dem Gewebe, der Keramik oder dem Glas zu kommen.

(33)  Vom Lateinischen domus: die Wissenschaft, welche die Evolution des Hauses in allen Aspekten untersucht.

(34)  An der Universität Grenoble hat man bereits mit einer Vielzahl verschiedener Arten von Mikromotoren auf Grundlage von Kinesin experimentiert.

(35)  Vgl. Stellungnahme CESE 967/2004 (ABl. C 302 vom 7.12.2004) und Studien der Universitäten Gent und Bergamo (Textilindustrie).

(36)  Quelle: Oakridge National Laboratory, USA.

(37)  Ebd.

(38)  A. Matthews, R. Artley and P. Holiday, 2005 Revisited: The UK Surface Engineering Industry to 2010, NASURF, Dera, 1998.

(39)  NB: Es gibt keinen industriellen Fortschritt der Nanotechnologien, sondern einen Fortschritt, der von den Nanotechnologien profitiert.

(40)  vgl. u.a. die Erfahrungen von SERVITEC (Zentrum für technologische Dienstleistungen) im Technologiepark Dalmine, Bergamo (Italien).

(41)  Das Netz Nanoforum besteht aus: Institute of Nanotechnology (UK) als Koordinator; UDI Technologiezentrum (DE); CEA-LETI (FR); CMP Científica (ES); Nordic Nanotech (DK); Malsch Technovaluation (NL).

http://www.nanoforum.org.

(42)  Vgl. die vorangehende Fußnote: Bericht „Vision 2020“, veröffentlicht am 29. Juni 2004.

(43)  3 % des europäischen Bruttosozialprodukts sollen seitens der öffentlichen Hand (von den Mitgliedstaaten und der Gemeinschaft) sowie insbesondere seitens der Industrie für Forschung und Entwicklung aufgewandt werden.

(44)  Am Nanoforum in Triest nahmen 2003 über 1 000 Personen teil.

(45)  CFR, Amerikanische Rechtsvorschriften über Nanotechnologie vom Dezember 2003.

(46)  Das Programm Wachstum und Umwelt wurde vom EIF in Zusammenarbeit mit verschiedenen europäischen Finanzinstituten geleitet und hat durch Kofinanzierung und zinsgünstige Kredite dazu beigetragen, die Umweltaspekte von Kleinst-, Klein- und mittleren Betrieben zu verbessern.

(47)  Vgl. Ziffer 6.3.